Nordhessens Weihnachtsmärkte erleben – mit der 11. Auflage der NVV-Weihnachtsmarktkarte „Froh & munter“


Die Adventszeit steht wieder vor der Tür – und mit ihr viele Weihnachtsmärkte in Nordhessen. In der mittlerweile 11. Auflage seiner Weihnachtsmarktkarte „Froh & munter“ stellt der Nordhessische VerkehrsVerbund (NVV) 81 Märkte vor, darunter zahlreiche in diesem Jahr neu vertretene Märkte, beispielsweise in Eschwege, Friedewald, Frielendorf, Hessisch Lichtenau, Naumburg, Niederaula, Twiste oder Waldkappel.

Ein gemeinsamer Bummel über den Weihnachtsmarkt ist für alle etwas Besonderes. Während die Großen die letzten Geschenke kaufen, weihnachtlicher Musik lauschen oder die Atmosphäre bei Glühwein und kulinarischen Köstlichkeiten genießen, fahren die Kleinen Karussell, essen Zuckerwatte – und treffen vielleicht sogar den Weihnachtsmann!

 

Wer die Adventszeit auf diese Art erleben möchte, kommt mit Bahn, RegioTram, Tram oder Bus ganz ohne Parkplatzsuche bequem zu den schönsten Märkten. In der Weihnachtsmarktkarte „Froh & munter“ sind die Besonderheiten und Öffnungszeiten der Märkte beschrieben und natürlich wird die jeweils nächstgelegene Haltestelle genannt. Die große Übersichtskarte auf der Rückseite zeigt zudem alle Ziele auf einen Blick.

Ende November wird die praktische Faltkarte in ausgewählten Innenstädten der Region zusammen mit einer süßen Überraschung verteilt. Wer nicht so lange warten kann, findet die Karte ab dem 22. November in allen NVV-Kundenzentren und NVV-InfoPoints, in der NVV-Mobilitätszentrale in Eschwege, in vielen Rathäusern, Tourist-Informationen und Gasthäusern im gesamten NVV-Gebiet. Sie kann außerdem unter www.nvv.de heruntergeladen werden. Darüber hinaus sind die Weihnachtsmärkte auch in diesem Jahr wieder über die interaktive Fahrplanauskunft des NVV zu finden.

 

Weitere Informationen

Die interaktive Fahrplanauskunft und Antworten auf alle weiteren Fragen rund um Bus & Bahn in Nordhessen gibt es unter www.nvv.de oder beim NVV-ServiceTelefon unter 0800-939-0800 (gebührenfrei).

 

Hintergrund Weihnachtsaktion: Orte und Termine

  • Fritzlar, 25. November, 15.00–20.00 Uhr, Zentraler Omnibusbahnhof
  • Bad Hersfeld, 26. November, 8.00–13.00 Uhr, Wochenmarkt
  • Melsungen, 28. November, 9.00–14.00 Uhr, Wochenmarkt
  • Eschwege, 29. November, 15.00–20.00 Uhr, langes Einkaufsvergnügen
    in der Innenstadt
  • Kassel, 29. November, 13.00–20.00 Uhr, Weihnachtsmarkt / Late Night Shopping
  • Hofgeismar, 29. November, 13.00–18.00 Uhr, Weihnachtsmarkt / Fußgängerzone
  • Korbach, 1.Dezember, 10.00–15.00 Uhr, Weihnachtsmarkt / Bauernmarkt




Blitzer in Kassel


Die Stadt Kassel möchte das gerade sie langsamer fahren und dass die Bürger Kassels sicherer werden.

Deshalb werden die Blitzer in der kommenden Woche bereits vorher angegeben.

Standorte vom 25. November bis 1. Dezember

  • Mattenbergstraße
  • Klenzestraße
  • Ulmenstraße
  • Friedrich-Naumann-Straße
  • Schanzenstraße

Standorte vom 18. bis 24. November

  • Wilhelmshöher Allee
  • Naumburger Straße
  • Helleböhnweg
  • Kölnische Straße
  • Unter dem Steinbruch

Stationäre Geschwindigkeits-Messanlagen

Standorte

  • Wilhelmshöher Allee, Höhe Sophienstraße (Messung in beiden Fahrtrichtungen)
  • Bundesstraße 83, Höhe Lilienthalstraße (Messung in beiden Fahrtrichtungen)
  • Frankfurter Straße, Höhe Horst-Dieter-Jordan-Straße (Messung stadteinwärts)
  • Steinweg, Höhe Zwehrenturm (Messung in wechselnden Fahrtrichtungen)

 

und trotzdem werden wieder einige geblitzt…Wetten?


 

 




Killerkeime im Visier – Themenschwerpunkt im ZDF


ZDF-Themenschwerpunkt zu Antibiotika-Resistenzen: An Infektionen mit multiresistenten Keimen sterben allein in Deutschland jährlich mehrere Tausend Menschen.
 

ZDF-Themenschwerpunkt zu Antibiotika-Resistenzen: An Infektionen mit multiresistenten Keimen sterben allein in Deutschland jährlich mehrere Tausend Menschen.
Copyright: ZDF/Robert-Koch-Insititut

Gefährliche Keime werden durch Antibiotika in Schach gehalten, doch gegen immer mehr Krankheitserreger erweisen sich Medikamente als machtlos. Am Dienstag, 26. November 2019, ab 20.15 Uhr, beleuchtet das ZDF in vier Sendungen die wachsende Gefahr der Antibiotika-Resistenzen. Los geht es mit der „ZDFzeit“-Doku „Killerkeime – Wenn Antibiotika nicht mehr wirken“, die angesichts der steigenden Zahl von Krankheits- und Todesfällen durch multiresistente Keime darstellt, was beim Ausbruch eines gegenüber allen gängigen Antibiotika resistenten Keims in einem Krankenhaus passieren würde. Anschließend beleuchtet „Frontal 21“ ab 21.00 Uhr das Resistenzen-Thema mit Blick auf Medikamentenrückstände in Abwasser, Flüssen und Seen und stellt fest: Der Kampf gegen diese unsichtbare Gefahr für Mensch und Umwelt könnte teuer werden. Ab 22.15 Uhr begleitet „37°“ in „Der unsichtbare Feind – Ein Leben mit dem Keim“ zwei Protagonistinnen, die unter multiresistenten Keimen und Infektionen leiden. Im Anschluss daran fragt „Leschs Kosmos“ um 22.45 Uhr: „Wer stoppt die Killerkeime? Neue Wege der Medizin“.

Gemeinsam mit Experten des Robert-Koch-Instituts hat „ZDFzeit“ den Ausbruch eines panresistenten Keims in einem deutschen Krankenhaus durchgespielt – nicht real, aber realistisch. Das Szenario verdeutlicht, welchen Herausforderungen die Medizin in einem solchen Fall gegenübersteht. Welche Behandlungsmöglichkeiten bleiben den Ärzten noch? Wie lässt sich eine Ausbreitung verhindern? Warum ist es wichtig, die Quelle des Keims ausfindig zu machen? Was können Forscher und Pharmaunternehmen tun, um Abhilfe zu schaffen? Und welche Handlungsoptionen haben Politik und Gesellschaft? Die „Killerkeime“-Doku ist am Dienstag, 26. November 2019, ab 9.00 Uhr in der ZDFmediathek verfügbar.

Wenn Medikamente über das Abwasser in die Flüsse gelangen, können Ökosysteme zusammenbrechen. In Deutschland sind nur wenige Klärwerke in der Lage, Arzneimittelrückstände zu eliminieren, was bei Antibiotika gefährlich ist. Wenn sie in die Umwelt gelangen, drohen Resistenzen. „Frontal 21“ begibt sich auf Spurensuche.

„37°“ begleitet zwei Frauen, die am gleichen Schicksal leiden: einer chronischen Infektion, die ihr Leben bestimmt. Bei Manuela zerbrach darüber ihre Familie. Irmtraut hofft, mit einer Phagen-Therapie ihr langes Leiden in den Griff zu bekommen.

Wer kann die „Killerkeime“ im post-antibiotischen Zeitalter stoppen? Forscher suchen fieberhaft nach neuen Wunderwaffen gegen tödliche Erreger – im Regenwald, in Höhlen und in giftigen Tieren. Hunderttausende Menschen werden an einfachen Infektionen sterben, warnen Experten. Die Zeit drängt. Harald Lesch zeigt, welche neuen hoffnungsvollen Wege es im Kampf gegen multiresistente Bakterien in der Medizin gibt.

ZDF

 

 




Verkehrstote im September 2019: 61 Tote weniger als im Vorjahresmonat


WIESBADEN – Im September 2019 sind in Deutschland 277 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben gekommen.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, waren das 61 Personen weniger als im September 2018.

Die Zahl der Verletzten ist im September 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,7 % auf rund 35 900 zurückgegangen.

In den ersten neun Monaten 2019 erfasste die Polizei insgesamt rund 1,96 Millionen Straßenverkehrsunfälle.

Das waren 0,5 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Darunter waren rund 225 400 Unfälle mit Personenschaden (-4,0 %), bei denen 2 311 Menschen getötet wurden.

Damit ging die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Jahres 2018 um 6,6 % beziehungsweise 164 Personen zurück.

Die Zahl der Verletzten im Straßenverkehr sank um 4,3 % auf 287 800.

 





Zeitmangel als Beziehungskiller?!


Unsere Tage sind voll gepackt mit Terminen und Aufgaben, die erledigt werden wollen.

Arbeit, Schul- und Freizeitaktivitäten der Kids, einkaufen, kochen und was musste für die Projektwoche in der Schule noch gleich besorgt werden….

Manchmal ist es spät abends, an dem man sich als Paar noch kurz ein, zwei Sätze, zu dieser oder jener Situation der Kids, der Arbeit, oder Hausratgeschichte (Hast Du den Handwerker angerufen?) bespricht. Dann  werden endlich die Füße hochgelegt, um sich eventuell noch etwas vom Fernseher berieseln zu lassen, oder gleich todmüde ins Bett zu fallen.

Ist die Zeit im Laufe unseres Lebens unser Feind geworden?

Der Feind unserer zwischenmenschlichen Beziehungen, weil scheinbar nie genug Zeit und kein Raum mehr da sind für unsere Liebsten?

Jeder von uns kennt sicherlich Situationen in denen sich die Dauer von einer Stunde, völlig unterschiedlich anfühlt, mal vergehen diese 60 Minuten wie im Flug, während in einer anderen Situation, eine volle Stunde zäh wie Kaugummi ist und nicht zu vergehen scheint.

Sogar das Gefühl, dass die Zeit scheint, als würde sie stehen bleiben ist eine alltagstaugliche Beschreibung, die wohl fast jeder in unserer Gesellschaft nachvollziehen kann, da er oder sie es schonmal so erlebt hat.

Wie kannst du also die Zeit in deinem Alltag anhalten?

Es ist ein total einfacher Trick und bedarf nur etwas Übung.

Lasst uns wieder mehr wie die Kinder werden.

Kinder leben im Hier und Jetzt!

Nun sagst du vielleicht: „Na, toll, wenn ich wie meine Kinder werde, versinkt meine Welt im Chaos, wenn ich nicht auf die Zeit achte, kommt mein Kind weder pünktlich in die Schule noch sonst wohin!“

Doch, dass meine ich damit nicht.

Ist es nicht häufig so, dass ein Großteil der Menschen durch den Tag rennt, wie das weiße Kaninchen aus Alice im Wunderland, immer den Blick auf die Uhr geheftet, um von Termin zu Termin zu hetzen, während das Leben dabei an Ihnen vorbei rast.

Hast du nicht auch hin und wieder diesen „Kaninchen Modus“ an, der sich anfühlt, als seiest du im Hamsterrad gefangen?

Wenn dir das beim nächsten Mal im Alltag auffällt, halte kurz inne und atme.

Atme, ganz tief in deinen Bauch hinein!

Dann, sage vielleicht das Wort: „JETZT!“ oder einen Satz, wie: „Ich vertraue dem Leben und bin zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.“

Wichtig ist, dass du dir mit diesem Wort, oder Satz, einen sogenannten Anker wirfst, um dich aus deiner Gedankenschleife, denn mehr ist dein Hamsterrad nicht, heraus zu holen.

Wenn du dann auch gedanklich im Jetzt angekommen bist, nimmst du bewusst wahr, was um dich herum geschieht und somit nimmst du auch deine Mitmenschen besser wahr.

Es geht garnicht immer darum viel Zeit mit deinen Liebsten zu verbringen, doch bewusste Zeit miteinander zu verbringen, das hat Qualität.

Schau deinem Mann, deiner Frau, tief in die Augen und nehmt Euch wahr, das dauert keine fünf Minuten, doch verändert alles.

Lasst uns doch bei all den Zielen, die wir haben und verfolgen, bitte nicht vergessen den Weg dorthin zu genießen und hin und wieder die Zeit anzuhalten, indem wir einfach im Moment versinken.

Je öfter, umso schöner.

Herzlichst Miriam Welteken (Beziehungscoach für Männer und Paare)


Mehr über Miriam Welteken und ihre Arbeit findest du unter: www.facebook.com/MiriamWelteken

Komm auch gerne in die kostenfreie facebook Gruppe, „Einfach Liebe – Führe die Beziehung, die Dich glücklich macht! https://www.facebook.com/groups/1459529854195546/

Kontakt per Mail: miriam.welteken@gmx.de





Autokauf: Rückabwicklung des Kreditvertrags

Autokauf: Rückabwicklung des Kreditvertrags

Ravensburg/Berlin (DAV). Viele Autofahrer finanzieren ihren Autokauf mit Hilfe eines Kredits. Dabei müssen die Käufer über die Widerrufsmöglichkeiten richtig belehrt werden. Ist dies nicht der Fall, kann der Autokreditvertrag widerrufen werden. Dabei erhält man sämtliche gezahlten Raten zurück. Auch muss man weder Wertersatz noch eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer zahlen. Dies ergibt sich aus einer Entscheidung des Landgerichts Ravensburg vom 7. August 2018 (AZ: 2 O 259/17). Ein Widerruf ist auch nach einem längeren Zeitraum, wie hier nach etwa knapp zwei Jahren, möglich, erläutert die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

Der Mann hatte einen Škoda gekauft. Über seinen Händler schloss er im Juni 2015 einen Verbraucherdarlehensvertrag mit einer Bank ab. Das Autohaus fungierte dabei als Darlehensvermittler. Der Käufer leistete eine Anzahlung von 3.460 Euro und zahlte 30 Raten zu je 114,87 Euro. Im Mai 2017 widerrief er den Darlehensvertrag und verlangte von der Bank die gezahlten Beträge von insgesamt rund 6.900 Euro zurück.

Seine Klage war erfolgreich. Nach Auffassung des Landgerichts Ravensburg war er nicht wirksam über seine Widerrufsmöglichkeiten informiert worden. Zwar könne man üblicherweise einen Darlehensvertrag nur innerhalb von zwei Wochen widerrufen, hier habe der Ablauf der Frist jedoch noch nicht begonnen. Die vertragliche Widerrufsinformation hinsichtlich der Rückabwicklung des Vertrags sei nicht ordnungsgemäß gewesen. Es habe eine Abweichung hinsichtlich der Darlehensbedingungen und der Widerrufsinformation des Autokaufs gegeben. In den Darlehensbedingungen selbst sei nicht darüber informiert worden, wann kein Wertersatz bei Widerruf gezahlt werden müsse. Die Widerrufsinformationen müssten auch in den Darlehensbedingungen enthalten sein, was hier nicht der Fall gewesen sei. Daher sei die Frist nicht in Gang gesetzt worden.

Die fehlenden Informationen könnten Käufer davon abhalten, einen Widerruf zu erklären. Es fehle der Hinweis, dass unter bestimmten Umständen kein Wertersatz für den Wertverlust geleistet werden müsse. Die Bank habe auch keinen Anspruch auf Wertersatz für den Wertverlust des Fahrzeugs. Dies setze voraus, dass der Käufer über die Rückabwicklung des Vertrags bei einem Widerruf belehrt worden sei. Wegen der von der Widerrufsinformation abweichenden Darlehensbedingungen sei dies hier allerdings nicht der Fall gewesen. Der Käufer müsse also weder Wertverlust noch Nutzungsentschädigung zahlen und könne seine geleisteten Beträge komplett zurückverlangen.

Information: www.verkehrsrecht.de





Raser-Unfall in München: Wann ist eine Dashcam legal?


Ein 14-jähriger Junge wurde in München bei einem Raser-Unfall getötet.

Den Beweis liefert eine Videokamera an der Windschutzscheibe:

Eine sogenannte Dashcam.

Doch die Verwendung ist nicht immer legal:

 

 





Die Fachwelt warnt vor einem Sexkaufverbot


(ots) Debatte über Prostitution: Verbände und Beratungsstellen informieren über Gefahren einer Kriminalisierung und sinnvolle Alternativen (Gemeinsame Pressemitteilung)

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25.11. haben Fachverbände und Beratungsstellen heute ein Positionspapier zur beginnenden Diskussion über ein so genanntes Sexkaufverbot vorgestellt. Sie zeigen darin anhand internationaler Studien: Jede Form der Kriminalisierung der Prostitution schadet den Menschen, die in der Sexarbeit tätig sind.

Die Organisationen reagieren mit dieser Expertise auf die Absicht einiger Bundestagsabgeordneter aus verschiedenen Parteien, die Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen unter Strafe zu stellen. Ein entsprechender Antrag wird auch auf dem kommenden SPD-Bundesparteitag erwartet.

Prostituierten drohen neue Gefahren

Die Behauptung, Prostituierte könnten so vor Zwang und Menschenhandel geschützt werden, weisen die Fachleute zurück. Ganz im Gegenteil: Gerade Prostituierte in prekären und gefährlichen Lagen würden besonders geschädigt, weil sie weiter marginalisiert und sichere Arbeitsbedingungen verhindert würden. Der Zugang zu Hilfe und Beratung würde enorm erschwert.

Wissenschaftliche Evidenz

Die Studien sind eindeutig: Eine Kriminalisierung erhöht das Risiko der Betroffenen, Opfer von Gewalt und anderen Straftaten zu werden oder sich sexuell übertragbare Infektionen wie HIV zuzuziehen. Wer wirklich etwas für Menschen in der Sexarbeit tun will, muss ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen verbessern. Das gilt ganz besonders für Frauen mit aufenthaltsrechtlichen Problemen und ohne Krankenversicherung.

Sichere Arbeitsbedingungen erhalten

Das Sexkaufverbot hingegen würde außerdem auch Verbote des Betriebs von Bordellen und Zimmervermietungen nach sich ziehen – und damit den Aufbau sicherer Arbeitsbedingungen illegalisieren.

Dazu sagt Johanna Thie, Fachreferentin „Hilfen für Frauen“ der Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e. V.: „Die aufflammende Diskussion erfüllt uns mit tiefer Sorge. Sie geht in die völlig falsche Richtung und verkennt die Realität in Prävention und Sozialarbeit. Gerade bereits marginalisierte Gruppen wie Migrantinnen, Trans* oder Drogen konsumierende Menschen würden geschädigt. Was die Menschen in der Prostitution schützen soll, könnte ihnen am Ende zum Verhängnis werden.“

Claudia Zimmermann-Schwartz, Vizepräsidentin des Deutschen Juristinnenbundes e.V., erläutert: „Ein Sexkaufverbot würde auch die Rechte derjenigen berühren, die diese Tätigkeit ausüben. Laut Bundesverfassungsgericht fällt Prostitution unter die verfassungsrechtlich geschützte Berufsfreiheit. Der Anspruch, Menschen schützen zu wollen, rechtfertig nicht die Verletzung von Grundrechten. Dies gilt umso mehr, als ein Sexkaufverbot nicht geeignet ist, Menschenhandel zu verhindern.“

Susanne Kahl-Passoth, Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenrates, erklärt: „Prostitution und Menschenhandel oder Zwangsprostitution müssen getrennt betrachtet werden. Es gibt Frauen, die selbstbestimmt mit Prostitution ihr Einkommen verdienen. Menschenhandel hingegen ist eine Verletzung der Menschenrechte. Heute können Polizei und Sozialarbeit in gewerblichen Räume zeigen, dass sie ansprechbar sind. Mit einem Sexkaufverbot würde Prostitution in nicht kontrollierbare Räume verlagert, wo die betroffenen Frauen noch weniger als heute erreicht werden könnten.“

Sven Warminsky, Vorstand der Deutschen Aidshilfe, berichtet: „Alle Erfahrungen in der HIV-Prävention zeigen: Grundlage, um Menschen zu erreichen, sind Akzeptanz und Respekt. Wer Menschen ins Verborgene drängt, sorgt dafür, dass sie keine sicheren Arbeitsbedingungen aufbauen können und dass sie für Prävention und Hilfsangebote nicht mehr erreichbar sind. Die Vorstellung, das älteste Gewerbe der Welt durch Verbote beenden zu können, ist dabei gleichermaßen naiv wie bevormundend.“

Andrea Hitzke, Leiterin der Dortmunder Mitternachtsmission e.V. – Beratungsstelle für Prostituierte, Ehemalige und Opfer von Menschenhandel: „Eine repressive Gesetzgebung würde das Vertrauensverhältnis der Prostituierten zu den Anlaufstellen zerstören und so den Zugang zum Hilfesystem drastisch erschweren. Statt einer Zerschlagung brauchen wir den Ausbau des etablierten Hilfesystems. Ziel der sozialen Arbeit muss stets sein, Selbstbestimmung und Selbstbehauptung zu stärken.“

Claudia Rabe, Koordinatorin von contra – Fachstelle gegen Frauenhandel in Schleswig-Holstein im Frauenwerk der Nordkirche betont: „Zweifelsohne müssen Betroffene von Menschenhandel, Ausbeutung und Gewalt besser geschützt werden. Nötig sind zum Beispiel umfassende Schutzrechte unabhängig von Aufenthaltsfragen, ein Zeugnisverweigerungsrecht für Beratende und flächendeckende Verfügbarkeit von Fachberatungsstellen.“

Differenzierte Angebote absichern

Das Positionspapier nennt viele weitere sinnvolle Ansatzpunkte und macht deutlich: Prostitution mit Gewalt gleichzusetzen, verhindert letztlich wirksame Maßnahmen.

Die Lebenssituation und die Arbeitsbedingungen von Sexarbeiter_innen in Deutschland sind sehr vielfältig. Allen gemein ist eines: So lange sie ihrer Tätigkeit nachgehen, brauchen sie gesetzliche Rahmenbedingungen, um dies möglichst sicher tun zu können. Sie brauchen Zugang zu medizinischer Versorgung und differenzierten Präventions-, Beratungs- und Hilfsangeboten, die in der individuellen Situation passende Hilfe anbieten, die natürlich auch Unterstützung zum Ausstieg beinhalten kann.

Deutsche Aidshilfe // Deutscher Frauenrat e.V. // Deutscher Juristinnenbund e.V. // Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. // Dortmunder Mitternachtsmission e.V. – Beratungsstelle für Prostituierte, Ehemalige und Opfer von Menschenhandel // contra e.V. Kiel – Fachstelle gegen Frauenhandel in Schleswig-Holstein

Mehr Informationen:

Gemeinsames Positionspapier: 
http://ots.de/TRyjuC
Deutsches Institut zu "Prostitution und Sexkaufverbot": 
http://ots.de/NC6F5x

Deutsche Aidshilfe





Kirchen und kommunale Spitzenverbände legen gemeinsame Vorschläge für mehr Erzieher*innen in Hessen vor


Die Evangelischen Kirchen in Hessen, Katholische Bistümer in Hessen sowie die drei kommunalen Spitzenverbände Hessischer Städtetag, Hessischer Landkreistag und Hessischer Städte- und Gemeindebund haben ein gemeinsames fachpolitisches Eckpunktepapier vorgelegt, mit dem sie gemeinsam dem Land, sich selbst und allen anderen Beteiligten ein Arbeits- und Prüfprogramm vorschlagen, um noch mehr junge Menschen für den Erzieherberuf zu begeistern (Anhang).

Hessen braucht bis zum Jahr 2030 rund 17.000 neue Erzieher*innen. Kirchen und kommunale Spitzenverbände wollen sich gemeinsam dieser Herausforderung stellen und andere Beteiligte ermutigen, an diesem Prozess mitzuwirken. In den Blick genommen werden daher die drei großen Handlungsfelder Berufszugang/Berufsorientierung, die Berufsausbildung sowie die Attraktivität des Arbeitsplatzes.
Kirchen und kommunale Spitzenverbände werden die Vorschläge gemeinsam u.a. in die Gremien des Landesjugendhilfeausschusses und in die Beratungen zur Fachkräfteoffensive des Landes einbringen. Sie tun dies in der Gewissheit, dass mit einem gut abgestimmten Plan das Ziel erreicht werden kann, die bisherige Qualität der Fachkräfte in der frühkindlichen Förderung sowie im Bereich Betreuung, Bildung und Erziehung für Kinder über 3 Jahren zu halten und fortzuentwickeln.

Fachpolitische Eckpunkte
ERZIEHER*INNEN IN TAGESEINRICHTUNGEN FÜR KINDER IN HESSEN
Kirchen und kommunale Spitzenverbände sind sich einig, dass in Hessen bis 2030 mehr als 15.000 Arbeitsplätze für Erzieher*innen unbesetzt sein werden und dass ohne die Besetzung dieser Arbeitsplätze die notwendige Betreuung sowie die Bildungs- und Erziehungs qualität nicht gewährleistet werden können. Die hohe Fachkompetenz der Erzieher*innen wird anerkannt. Ihre Anerkennung in der Gesellschaft ist zu befördern.
Kirchen und kommunale Spitzenverbände schlagen daher allen Beteiligten ein sofortiges Maßnahmenbündel in den Bereichen Gewinnung/Zugang, Ausbildung/Berufseinstieg
und Verbleib/Arbeitsplatz vor, um das Berufsfeld Erzieher*in in Tageseinrichtungen für Kinder noch attraktiver zu machen.

1. Das Interesse an Berufen in Tageseinrichtungen für Kinder steigern

Eine rege Beteiligung der allgemeinbildenden Schulen an der beruflichen Orientierung der jungen Menschen ist dringend erforderlich. Dazu sind die Curricula zu den Themen berufliche Orientierung und Praktika entsprechend anzupassen. Wir regen ein bezahltes Schnupperprojekt „KiTa auf Zeit“ an, in dem Menschen auch ohne Fachkraftstatus für sich prüfen können, ob das Berufsfeld in Tageseinrichtungen für Kinder eine Option für ihren beruflichen Weg ist.
Die Berufsorientierung und Praxiserfahrungen während und nach der Fachschulausbildung müssen fortentwickelt und besser mit- und aufeinander abgestimmt werden. Das Berufsfeld Tageseinrichtungen für Kinder ist von allen Beteiligten (Land, Kommunen, Kirchen, Agentur für Arbeit etc.) bei allen denkbar möglichen Gelegenheiten zentral zu platzieren.
Auf Zugangs-, Förder- und Entwicklungsmöglichkeiten soll dabei stärker hingewiesen werden. Träger, Fachschulen, Jobcenter, Jugendhilfeträger und Kita-Träger müssen hierzu ihre Zusammenarbeit intensivieren.

2. Vergütete Ausbildung sicherstellen/Ausbildungsort KiTa anerkennen
Die duale Ausbildung und das duale Studium müssen weiter ausgebaut und inhaltlich reformiert sowie Ausbildungsplätze erhöht werden. Die  Ausbildung sowie das Studium und die Praxis müssen besser verzahnt werden. Die Curricula sind entsprechend anzupassen. Mitarbeitende aus der Praxis sind stärker in die Lehre einzubinden. Die Träger bekennen sich zu einer Vergütung während der Ausbildung und sehen die Tageseinrichtung für Kinder als wesentlichen Ausbildungsort. Außerdem sollte die Möglichkeit einer Stipendienvergabe geprüft werden.

3. Fachkarrieren vorsehen
Die Tarifpartner sind gefordert, Aufstiegsmöglichkeiten im Sinne von Fachkarrieren von Erzieher*innen nach entsprechender Qualifizierung und Fortbildung sowie für bestimmte Funktionen vorzusehen.



4. Anschlussfähigkeit der Ausbildung ermöglichen
Auf die Durchlässigkeit von Aus- und Weiterbildungen ist zu achten. Mit der Qualifizierung muss den Absolventen auch die Möglichkeit zustehen, ihren Abschluss auf Abschlüsse mit Fachkraftstatus anrechnen zu lassen (z.B. Anschlussfähigkeit der Qualifizierung und Eignungsprüfung Kindertagespflege  Fachkraft).

5. Ausländische Qualifikationsabschlüsse schneller anerkennen
Die Anerkennungs- und Gleichstellungsverfahren ausländischer Qualifikationsabschlüsse müssen beschleunigt und entbürokratisiert, das Ausmaß der geforderten Praxiszeiten überdacht werden.

6. Multiprofessionelle Teams ermöglichen
Wir sprechen uns dafür aus, dass in jeder kreisfreien Stadt, jeder Sonderstatusstadt und in jedem Landkreis unter besonderer Beachtung der Trägervielfalt ein landesgefördertes Modell eines multiprofessionellen Teams unter fachlicher Begleitung zur Erprobung vorgesehen wird, um einerseits die Lebenswelt der Kinder zu bereichern, andererseits das Berufsfeld in den Tageseinrichtungen lebendig auszugestalten, um eine Grundlage
für eine generelle Weiterentwicklung der Teams zu schaffen.

7. Attraktives Arbeitsfeld sicherstellen
Wir regen an, z.B. über folgende zusätzliche Maßnahmen und Leistungen für Erzieher*innen sowie für einen attraktiven Arbeitsplatz nachzudenken:

  •  familienfreundliche Arbeitsplätze (flexible Jahresarbeitszeiten, Betreuungsplatz für Kinder von Mitarbeitenden, ortsnaher Arbeitsplatz, Arbeitsumfang, Rückkehrbedingungen nach der Elternzeit, Arbeitsbedingungen etc.),Entlastung des pädagogischen Personals von fachfremden Tätigkeiten,
  • attraktive Mobilität (z.B. E-Bike, ÖPNV-Ticket),
  • qualifizierte Einarbeitung (z.B. Einarbeitungskonzept mit integriertem Mentoring durch erfahrene Kollegen*innen),
  • Nutzung von Vergünstigungen durch Rahmenverträge (z.B. Einkaufsplattform, Versicherungen etc.),
  • Suche nach bezahlbarem Wohnraum unterstützen (z.B. Betriebswohnungen oder Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften).

8. Gesundes und sicheres Arbeiten ausbauen
Wir bekennen uns zu einem gesunden und sicheren Arbeiten in Tageseinrichtungen für Kinder durch Präventionsmaßnahmen und Gesundheitsmanagement.

9. Öffentlich präsent sein
Eine Werbekampagne des Landes soll unter Ausnutzung auch der umfassenden Socialmedia-Möglichkeiten Hand in Hand mit Maßnahmen von Kirchen und Kommunen durchgeführt werden (z.B. Ausbildungstage, Ausbildungsmessen). Das Bewerben des Berufsfeldes ist uns dabei besonders wichtig.


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