#NeustartKlima auch in Kassel: Weltweiter Klimaaktionstag am 29. November

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Am 20. September sind in Kassel rund 10.000 Menschen gemeinsam mit Fridays for Future auf die Straße gegangen, um für einen konsequenteren Klimaschutz zu demonstrieren – deutschlandweit waren es 1,4 Millionen. Gleichzeitig hat die Bundesregierung ein „ Klimapaket“ vorgelegt, das diesen Namen nicht verdient hat – da sind sich namhafte Wissenschaftler*innen einig. Grund genug, am 29. November auch in Kassel einen #NeustartKlima zu fordern: Um 12 Uhr am Hauptbahnhof geht’s los! „Die vom Menschen verursachte Klimakrise ist kein Zukunftsszenario mehr, sondern bereits in vollem Gange“, sagt hierzu Feline Hoffmann. Die 19-Jährige engagiert sich seit Februar 2019 bei Fridays for Future und besucht die Jacob-Grimm-Schule in Kassel. „Umso wichtiger ist es, dass die Politik jetzt endlich handelt, damit das im Pariser Klimaschutzabkommen vereinbarte 1,5Grad-Ziel eingehalten wird“, ergänzt sie. „Ansonsten droht uns eine Klimakatastrophe mit unabsehbaren Folgen – und das auch für uns hier in Deutschland.“

Nicht nur in Deutschland werden am 29. November wieder hunderttausende Menschen lautstark gegen die viel zu lasche Klimapolitik protestieren: Im Vorfeld der vom 2.-13. Dezember in Madrid tagenden UN-Klimakonferenz findet ein weltweiter „Global Day of Climate Action“ statt, an dem Millionen Teilnehmer in aller Welt für internationale Klimagerechtigkeit eintreten.
Klimawandel ist längst Realität Dass dieser Protest bitter nötig ist, zeigt ein Blick auf die aktuellen Fakten zum Klimawandel: Denn dieser ist bereits heute in vielen Teilen der Welt spürbar und hat dramatische Folgen: Meeresspiegel, Gletscher und Permafrostböden tauen viel schneller als erwartet, und die Ozeane, die rund 90 Prozent der Wärme sowie etwa 30 % des bisherigen CO aufgenommen haben, übersäuern. Mit extremen Wettereignissen sowie ungewöhnlicher Hitze und Trockenheit ist der Klimawandel auch in Deutschland längst angekommen – und wird auch hier aller Voraussicht nach massiv die Lebensgrundlagen der kommenden Generationen gefährden.

I„n solch einer Situation legt die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket vor, das auch nach Meinung vieler Wissenschaftler völlig unzureichend ist“, ärgert sich Lyn Alber, 18, der seit April bei den Kasseler Fridays for Future mitmacht. „Zudem ist seit einigen Tagen endgültig klar, dass Deutschland seine Klimaschutzziele für 2020 krachend verfehlen wird. Wir sagen: Es reicht! Kommt am 29. November mit uns in Kassel auf die Straße – damit wir der Politik deutlicher denn je zeigen können, dass es so nicht weitergehen kann!“

Kassel für mehr Klimaschutz Wie im September, startet die Kundgebung am 29. November wieder um 12 Uhr am Kasseler Hauptbahnhof. Von hier aus wird der bunte Protestzug durch die Innenstadt ziehen, bevor ebenfalls am Hauptbahnhof eine große Abschlusskundgebung mit Livemusik und Redebeiträgen stattfindet. „Wir hoffen, dass sich erneut viele tausend Bürgerinnen und Bürger an unserem friedlichen Protest beteiligen werden“, sagt hierzu Lyn Alber. Und er fügt hinzu: „Dass im September mindestens 10.000 Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen dabei waren, hat uns sprachlos gemacht, denn wir hatten im Vorfeld mit höchstens 6.000 Teilnehmern gerechnet. „Das zeigt doch sehr sehr deutlich, dass immer mehr Menschen die Dramatik der Lage erkannt haben – und damit der Politik weit voraus sind!“

Neues Kasseler Klimaaktionsbündnis Dass immer mehr Menschen in der documenta-Stadt sich aktiv für eine bessere Umwelt- und Klimapolitik einsetzen möchten, belegt auch die Gründung des neuen Kasseler Klimaaktionsbündnisses: Erstmals trafen sich im Oktober Vertreter von Kasseler Verbänden, Initiativen und anderen Teilen der Klimaschutzbewegung, um Möglichkeiten einer Zusammenarbeit auszuloten. Hierzu gehört neben dem kreativen und friedlichen Protest die aktive politische Arbeit, auch auf kommunaler Ebene. Denn die Kasseler Stadtverordnetenversammlung hat in diesem Sommer beschlossen, dass die documenta-Stadt bis 2030 klimaneutral sein soll. Ein ambitioniertes Ziel, dass die Mitglieder des Kasseler Klimaaktionsbündnisses kritisch, aber auch gestaltend begleiten wollen. „Je mehr Akteure an einem Strang ziehen, desto effektiver können wir uns für das Klima und eine lebenswerte Zukunft einsetzen“, ist sich Feline Hoffmann sicher. „Deshalb freuen wir uns, dass wir als Schülerinnen und Schüler aus immer mehr Gesellschaftsbereichen Unterstützung erfahren. In diesem Sinne: Wir sehen uns – am 29. November um 12 Uhr!“

 

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