Jeder dritte Erwachsene ist psychisch erkrankt.

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 SCHULEWIRTSCHAFT Waldeck-Frankenberg informierte sich bei Vitos Haina
 

SCHULEWIRTSCHAFT zu Gast bei einem der größten Arbeitgeber in Waldeck-Frankenberg, Vitos Haina.

Haina. Über kaum eine andere Berufsgruppe wird aktuell so viel gesprochen wie über die Pflege. Denn einerseits fehlen in vielen Gesundheitseinrichtungen Fachkräfte. Andererseits wird der Hilfebedarf immer größer. Das gilt auch für die Psychiatrie, erfuhren die 15 Teilnehmer des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT Waldeck-Frankenberg bei einem Besuch bei Vitos Haina. In Deutschland ist jährlich fast jeder dritte Erwachsene von einer psychischen Erkrankung betroffen. Allein in Nordhessen sind gegenwärtig etwa 50 000 Menschen an einer Depression erkrankt.

 

„Unsere Branche hat Zukunft. Berufseinsteigern und Fachkräften bieten wir hervorragende Perspektiven“, erläuterte Klinikmanager Sören Asboe. Mit rund 1.000 Mitarbeitern ist Vitos Haina einer der größten Arbeitgeber in Waldeck-Frankenberg. Während die Vitos Haina gGmbH erst seit elf Jahren besteht, hat der Klinikstandort Haina eine lange Tradition. Seit 1533 werden auf dem Kloster-Gelände kranke Menschen behandelt. Das Unternehmen in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft gliedert sich heute in vier Betriebsstätten. In der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie werden psychisch kranke Erwachsene behandelt. Die Klinik für forensische Psychiatrie und die Forensisch-psychiatrische Ambulanz Hessen behandeln psychisch kranke Menschen, die straffällig geworden sind. Und die begleitenden psychiatrischen Dienste betreuen chronisch psychisch kranke Menschen.

 

„Natürlich wird Haina mit Psychiatrie assoziiert“, sagte Arbeitskreis-Sprecher Wolfgang Werth, Gesamtschule Battenberg. „Und doch wissen wahrscheinlich die wenigsten Menschen in Waldeck-Frankenberg, dass Vitos Haina ein großer Arbeitgeber mit einem so großen Leistungsspektrum ist.“

 

Personalreferentin Madeline Rustemeier erläuterte den Arbeitskreis-Mitgliedern die in diesem Jahr gestartete „Ausbildungsoffensive“. Im Herbst haben 24 Azubis bei Vitos Haina begonnen, darunter 23 in der Pflege. Vier werden binnen eines Jahres zu Krankenpflegehelfern ausgebildet, 17 streben nach der dreijährigen Ausbildung den Abschluss als Gesundheits- und Krankenpfleger an. In der Verwaltung haben ein Fachinformatiker für Systemintegration sowie zwei Kaufleute im Gesundheitswesen ihre berufliche Laufbahn begonnen.

 

Für den Ausbildungsstart 2020 weitert Vitos Haina das Angebot noch einmal aus. In Kooperation mit dem Bildungszentrum der Werner-Wicker-Klinik Reinhardshausen und der DRK-Schwesternschaft Marburg wird die einjährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpflegehelfer organisiert. Die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft findet in Kooperation mit dem Schulzentrum für Pflegeberufe des Kreiskrankenhauses Frankenberg und der Vitos Schule für Gesundheitsberufe Oberhessen statt.

 

Nicht jährlich, aber regelmäßig, werden außerdem Ausbildungsplätze zum Bauzeichner, Tischler und Elektroniker sowie zum Fachinformatiker und Kaufmann im Gesundheitswesen angeboten.

 

Rustemeier wies die Lehrer auf das Angebot für Schüler hin, Praktika bei Vitos Haina zu absolvieren: sowohl in der Pflege als auch in Verwaltungs- und Handwerksbereichen. „Vor allem für an einer Ausbildung in der Pflege interessierte Schüler sind die Praktika ideal, um einen ersten Einblick zu erhalten. Auch ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ist jederzeit möglich.“ Zudem beschäftigt Vitos kontinuierlich Fachoberschüler.

 

Auch akademische Abschlüsse könnten mit Unterstützung von Vitos Haina erlangt werden. Jeweils als Vollstipendium werden das berufsbegleitende Bachelor-Studium in Psychiatric Nursing sowie das in die Pflegeausbildung integrierte Advanced Nursing Practice-Studium angeboten.

 


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