Zuhause im Chaos: ZDF-„37°“-Doku über Menschen mit Messie-Syndrom

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Marie und Wedigo von Wedel: In kleinen Schritten lernt die 80-jährige ehemalige Bibliothekarin, sich von ihren Schätzen zu trennen. Das ist für sie nicht leicht, denn ihre Bücher sind ihr Leben.
Copyright: ZDF/Daniela Hoyer

Sie haben häufig angesehene Berufe und werden für ihre strukturierte und präzise Arbeit geschätzt. Doch ihr Zuhause ist ein selbstgeschaffenes Labyrinth aus Stapeln voller Dinge, die andere wegwerfen würden. Schätzungen zufolge haben zwei bis vier Millionen Menschen in Deutschland das sogenannte Messie-Syndrom. Die „37°“-Dokumentation „Zuhause im Chaos – Messies räumen auf“ gibt am Dienstag, 3. September 2019, 22.15 Uhr, Einblicke in das Leben von Menschen mit Sammelzwang. Autorin Daniela Hoyer begleitet drei Protagonisten in ihrem von Einsamkeit und Scham geprägten Leben.

Eleonore steht mitten im Leben: Die Diplom-Betriebswirtin arbeitet als Verwaltungsangestellte und managt ihren Alltag als alleinerziehende Mutter. Niemand ahnt, dass Eleonore ein Messie ist. „Durch meinen Perfektionismus schaffe ich es oft nicht, aufzuräumen. Sogar ein kleiner Stapel Papier fühlt sich wie der Himalaja an“, erzählt Eleonore. Seit einem Jahr geht sie zu einer Therapie im Messie-Kompetenzzentrum Stuttgart.

Marie, 80 Jahre alt, lebt allein in ihrer mit Büchern und Kleidungsstücken vollgestopften Wohnung. Im Krieg aufgewachsen und als Flüchtling lange heimatlos, fehlten ihr Freundschaften und Geborgenheit. Als Ersatz begann sie zu horten. Einmal in der Woche bekommt die alte Dame Besuch von Wedigo von Wedel vom „H-Team“ e.V. Er will Menschen mit Messie-Syndrom beim „Aufräumen ihres Lebens“ helfen.

Peter, 48 Jahre alt aus München, ist ein vielseitig interessierter Mensch, tanzt gerne und wandert in den Bergen. Bis vor einigen Jahren hat ihm seine Mutter beim Aufräumen geholfen. Aber nach einiger Zeit kam es immer wieder zu einem Jo-Jo-Effekt. Jetzt will Peter einen neuen Versuch starten, Ordnung in sein Leben zu bekommen.

Die Dokumentation zeigt, wie das Leben der Messies von einem Auf und Ab des Aufräumens und Ausmistens geprägt ist, und versucht zu ergründen, warum sich das Syndrom entwickelt und wie Betroffene Hilfe bekommen können.

ZDF


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