Was ist eigentlich am Kasseler Karlsplatz los?

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Quelle: http://www.kasselwiki.de/

Naja um genau zu sein, heißt er ja gar nicht so der Karlsplatz.

Eigentlich ist er „nur“ Teil der Oberen Karlsstraße und wird auch so in den amtlichen Straßenkarten vermerkt. In der Mitte ist ein Parkplatz (gewesen).

Der eigentliche Karlsplatz ist nur der Platz vor der Kirche.

Umgangssprachlich wird aber der gesamte Platz so genannt.


Nun haben wir in Kassel ja unsere Documenta, von den einen geliebt, von den anderen gehasst. (Ja auch die gibt es)

Nun muss man sagen, dass die Documenta alle 5 Jahre schon zu einem Magnet von allen möglichen Menschen weltweit geworden ist.

Viele der Kunstwerke blieben in Kassel. Manche schön und manche eher nicht (auch da scheiden sich die Geister).

Man befand, dass man in Kassel auch ein Documenta Institut haben müsste. Dieses solle dann eng verzahnt werden mit der Kunstuniversität in Kassel.

Es gab verschiedene Denkmodelle, wo ein solches Institut denn entstehen könnte.

Eines der immerhin 18 Denkmodelle ist der Karlsplatz, denn man sucht die Nähe zum „Hauptaustragungsort“ der Documenta.

Aufgrund der Angaben erstellte Volumenzeichnung (nicht amtliche Version)

Der bisher favourisierte Platz am HoPla scheint verworfen.

Man lud die Anlieger des Platzes ins Stadtplanungsamt ein um ihnen die neuen Pläne vorzustellen.

Man fühlte sich von Seiten der Anwohner ziemlich überfahren mit dem, was die Stadt (bzw. Herr Nolda (Grüne)) als Stadtbaurat da plante.

Ein fetter Klotz mit 6500 qm Nutzfläche soll dort entstehen.

Die Anwohner zeigten sich entsetzt, denn ein solcher Klotz, der alles überragen würde, würde den Charme des Platzes endgültig zerstören.

Bei dieser angegebenen Nutzfläche

(wohlgemerkt Nutzfläche- es ist dabei noch nicht mal klar, ob Verwaltung, Treppenhaus, Toiletten und sonstiges – noch dazu kommen)

würde der Bau 3 oder 4- stöckig werden müssen.

Bei einer bislang maximal dreistöckigen Bebauung auf dem Platz – würde der Klotz alles überragen.

Der gerade langsam aufkeimende Charme des Platzes (durch das gut besuchte Café) und die nahe Kirche (schon jetzt ist die wunderschöne alte Kirche förmlich eingeklemmt) wird damit wahrscheinlich wieder jäh zerstört werden.

Erst erfolgt eine jahrelange Bauphase (nächste Documenta ist ja erst in 2022) und dann wird er dastehen, der Klotz.

Anliegerkonzept für Begrünung des Platzes

Vermutlich wird die Besucherzahl 4 Jahre lang verhalten sein und nur während der tatsächlichen Ausstellung besucht werden, dennoch gibt es gute Gründe für eine solches Institut, aber eben nicht dort.

Wie aus gut unterrichteten Kreisen berichtet wurde, ist einfach mal ein Förderantrag nach Berlin Stichwort ISEK gesandt, der auch erstaunlicherweise bewilligt worden sei.

24 Millionen seien bewilligt worden, wobei der BUND, DAS LAND  und DIE STADT jeweils ein Drittel zusteuern würden/müssten.

Damit sei man nun verpflichtet NEU zu bauen und keine bestehenden Leerstände nutzen zu können.

Somit entfallen Lösungen am HoPla oder auch das leerstehende ehemalige Polizeipräsidium.

Fraglich ist in dieser Sache auch, warum die Stadtverordnetenversammlung bislang nicht darüber informiert worden ist. Einzelne StaVo zeigen sich empört und machen dies u.a. im Internet deutlich.

Matthias Nölke (FDP) wundert sich offen über diese Verzögerungstaktik und Markus Leitschuh der CDU schreibt: „Nicht gut, wie man das Thema kommuniziert und wie wenig transparent die Stadt dabei ist. „

 

Pläne die schon vor Jahren eingereicht wurden um den Platz ansprechender zu gestalten, fanden leider keine Beachtung.

Fraglich ist, ob sich Herr Nolda in diesem Beispiel ähnlich wie am Friedrichsplatz (Neubau Café und Umgestaltung und der Abholzung von kranken Bäumen (siehe Luftbild)  Fakten schaffen will, bevor der Widerspruch zu groß werden wird.

 


Schon jetzt existiert in dieser Sache aber eine Bürgerinitiative, die bereits Unterschriften sammelt.

Eine Anfrage an die Stadt Kassel ist raus. Mit deren Beantwortung wird diese Woche gerechnet.

Es wird also nachberichtet werden.

LINKS ZUM THEMA:


Anfrage der FDP:


 

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