ZDF zeigt Dokumentation „Wir im Krieg. Privatfilme aus der NS-Zeit“

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Hobbyfilmer Hans Burscher aus Berlin-Schöneberg hält stolz den Besuch seines Sohnes vom Reichsarbeitsdienst fest, die Mutter bewundert die NS-Uniform. Privatfilme aus der NS-Zeit wie dieser gewähren persönliche Einblicke in den Alltag vor 80 Jahren, in Diktatur und Krieg.

© ZDF und AKH.

Mainz (ots)

Am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Zum 80. Jahrestag zeigt das ZDF am Dienstag, 6. August 2019, 20.15 Uhr, die ZDFzeit-Dokumentation „Wir im Krieg. Privatfilme aus der NS-Zeit“.

Der Film von Jörg Müllner eröffnet anhand von privatem und bisher überwiegend unveröffentlichtem Filmmaterial einen persönlichen Blick auf das Leben in der NS-Diktatur – vor und nach Kriegsbeginn.

Warum folgten so viele Menschen dem Regime? Wie erlebten sie in der Heimat oder an der Front die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs?

„Es ist erstaunlich, wie viel zeitgenössisches Filmmaterial 80 Jahre nach Kriegsbeginn noch nie öffentlich gezeigt wurde“, sagt Stefan Brauburger, Leiter der Redaktion Zeitgeschichte.

Das Bild könnte heute aufgenommen worden sein, doch es wurde schon vor 80 Jahren gemacht. Es zeigt Marion Burscher aus Berlin-Schönefeld, gefilmt von ihrem Vater Hans Burscher. Private Filmaufnahmen wie diese gewähren persönliche Einblicke in den Alltag in NS-Diktatur und Krieg. Für die Doku zum 80. Jahrestag des Kriegsausbruchs 1939 wurde das Filmmaterial neu abgetastet und aufwendig bearbeitet.
© ZDF und AKH.

„Die Dokumentation erzählt NS-Geschichte mit Bildern aus der Mitte der Gesellschaft.

Es sind aufschlussreiche Einblicke in jene Zeit, die auch vor Augen führen, wie selbstverständlich sich viele Menschen in den Alltag des NS-Systems einfügten.“

Filmwissenschaftler Dr. Tobias Ebbrecht-Hartmann (Hebrew University Jerusalem), die Historiker Prof. Isabel Heinemann (Universität Münster) und Prof. Dietmar Süß (Universität Augsburg), Stadthistoriker Thorsten Mietzner (Lahr), Sozialwissenschaftler Prof. Harald Welzer sowie Dr. Janosch Steuwer (Universität Zürich), der 140 Tagebücher aus der NS-Zeit ausgewertet hat, analysieren, was die Filme zeigen und was sie verschweigen.

Die Aufnahmen, viele davon in Farbe und erstmals zu sehen, lassen die Auswirkungen des Krieges auf das Leben der Menschen in NS-Deutschland nachspüren, zeugen vom schleichenden Prozess der Radikalisierung, auch von der systematischen Entrechtung und Deportation der Juden vor den Augen der Öffentlichkeit.

ZDF


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