Kümpel: Kassel und Landkreis Kassel stehen im bundesweiten Ranking der Regionen gut da. Wohnraum ist wichtiger Faktor bei der Fachkräftegewinnung.

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Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände in Nordhessen

Kassel. „Die Stadt Kassel weist im Zukunftsatlas 2019 von Prognos nach wie vor eine gute Entwicklung auf. Mit Platz 117 von 401 bewegt sich unsere Stadt knapp im ersten Viertel des Regionenrankings. Das ist eine gute Nachricht. Besonders überraschend und positiv ist die hervorragende Entwicklung im Landkreis. Der steht auf Platz 2 der 10 besten Aufsteiger der letzten 15 Jahre. In diesem Zeitraum hat sich der Landkreis von Position 291 auf Rang 90 hochgekämpft“, lobt Jürgen Kümpel, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände in Nordhessen, das gute Abschneiden im Zukunftsatlas 2019.

Kümpel weiter: „Die Standortstudie legt unter anderem den Zusammenhang zwischen Dynamik und Stärke und vorhandenem Wohnraum offen. Wenn Wohnraum knapp wird, steigen die Mieten und Kaufpreise. Es findet eine Verdrängung in entferntere Orte statt, was wiederum einen Anstieg des Mobilitätsaufkommens bedeutet. Für Arbeitgeber wird diese Situation ein zunehmendes Problem, denn ein attraktiver Arbeitsplatz muss mit einem attraktiven Wohnumfeld einhergehen. Ist das nicht gegeben, hat der Arbeitgeber bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern oft schlechte Karten.“

Stadt und Landkreis Kassel müssten auf diese Veränderungsprozesse reagieren und die Ausweisung von Wohnbauflächen, die Aufstellung von Bebauungsplänen sowie die Infrastrukturerweiterung gemeinsam abstimmen, so Kümpel. In Kassel sei das Wohnungsangebot seit Jahren zu gering. „Die Ausweitung der Mietpreisbremse ist jedoch der falsche Ansatz, um mehr günstige Wohnungen zu bekommen. Diese Maßnahme macht es für private Bauherren wenig attraktiv, in neue Wohnungen zu investieren. Mehr neue Wohnungen gibt es nur, wenn die Kommunen neue Bauflächen bereitstellen und mehr gebaut werden kann“, so Kümpel.

Hintergrund

„Der Prognos Zukunftsatlas 2019 ermittelt die Zukunftschancen und -risiken aller 401 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands. Seit dem Jahr 2004 wird alle drei Jahre die Zukunftsfestigkeit der deutschen Regionen einander gegenübergestellt – und zwar anhand ausgewählter makro- und sozioökonomischer Faktoren und in Form eines bundesweiten Rankings. Damit ist der Prognos Zukunftsatlas das einzige deutschlandweite Ranking, das regionale Entwicklungen bereits seit mehr als 15 Jahren konsistent sichtbar macht und eine lange Serie der Entwicklungstendenzen im Sinne eines Monitorings aufspannt.“

Aus: Prognos Zukunftsatlas 2019

Das Ranking der nordhessischen Landkreise und der kreisfreien Stadt Kassel in den entsprechenden Eingruppierungen der Wohnungsbaulücken:

 

90   Kassel, Landkreis, S.9, 17          angespannter Wohnungsmarkt mit durchschnittlicher Wohnungsbaulücke

117 Kassel, Stadt, S.18                     angespannter Wohnungsmarkt mit stark überdurchschnittlicher Wohnungsbaulücke

129 Schwalm-Eder-Kreis, S.18         entspannter Wohnungsmarkt ohne Wohnungsbaulücke

223 Waldeck-Frankenberg, S.20      entspannter Wohnungsmarkt ohne Wohnungsbaulücke

233 Hersfeld-Rotenburg, S.21           angespannter Wohnungsmarkt mit durchschnittlicher Wohnungsbaulücken

297 Werra-Meißner, S.22                  entspannter Wohnungsmarkt ohne Wohnungsbaulücke

 

Quelle: Prognos Zukunftsatlas 2019

Mit freundlichen Grüßen

Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände


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