Zwangsräumung: Stadt Kassel übernimmt kompletten Campingplatz an der Fulda

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Ein Gerichtsvollzieher hat am Montag, 24. Juni, damit begonnen, das Campingplatz-Grundstück an der Fulda zwangsweise zu räumen, das bislang noch nicht im Besitz der Stadt Kassel war.

Das Landgericht Kassel hatte einem entsprechenden Antrag der Stadt in einem Verfahren gegen die ehemalige Eigentümerin und ihren Sohn stattgegeben.

„Heute ist ein guter Tag für den Tourismus in Kassel. Um unser Ziel zu erreichen, waren Geduld und Beharrlichkeit gefordert, aber wir haben jetzt Rechtssicherheit“, erläuterte Oberbürgermeister Christian Geselle. „Mit dem Zugriff auf das komplette Gelände an der Giesenallee, inklusive des Grundstücks, das die frühere Eigentümerin und ihr Sohn nicht herausgeben wollten, haben wir endlich die Möglichkeit, in die konkreten Planungen für die Modernisierung einzusteigen.

Wir wollen unseren touristischen Gästen in Kassel schnellstmöglich einen attraktiven Campingplatz mit einer guten, modernen und nicht nur provisorischen Infrastruktur zu bieten.“

Angebote zu gütlicher Einigung nicht angenommen Bis zuletzt hatten der Anwalt der Stadt Kassel und das Liegenschaftsamt versucht mit der früheren Eigentümerin und ihrem Sohn, die das Grundstück rechtswidrig besetzt hielten, eine gütliche Einigung zu erreichen.

In den vergangenen Wochen und Monaten sei die Stadt den beiden sehr weit entgegengekommen, doch sämtliche Angebote waren nicht angenommen worden.

„Leider waren wir gezwungen, alle uns zur Verfügung stehenden Rechtsmittel auszuschöpfen, um die uns zustehenden Rechte durchzusetzen. Aus meiner Sicht stand nie in Frage, dass wir in dem Rechtsstreit am Ende obsiegen“, sagte Geselle. „Es ist bedauerlich, dass sich dieses Verfahren so lange hinziehen musste. Gerne hätten wir die positive und erfreuliche Entwicklung des Tourismus‘ in Kassel schon früher durch einen attraktiven Campingplatz weiter befördert.“

 

Zwangsräumung dauert etwa eine Woche

Nach Einschätzung des Gerichtsvollziehers wird sich die Zwangsräumung etwa eine Woche lang hinziehen, da mehrere, auch größere Gegenstände auf dem Grundstück lagern. Direkt im Anschluss werden sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Liegenschaftsamtes sowie der städtischen Unternehmen GWG und Kassel Marketing einen genauen Überblick über die Situation auf dem Gelände verschaffen. Zu klären ist die Frage, ob das Versorgungsgebäude, das bei einem Brand beschädigt worden war, saniert werden kann oder möglicherweise durch einen Neubau ersetzt werden muss.

Geplant ist, dass die GWG die Gebäude und die Infrastruktur entwickelt und modernisiert. Kassel Marketing kümmert sich um den Betrieb, der auf dem bisher genutzten Teil des Campingplatzes an der Fulda derzeit in Kooperation mit den Baunataler Werkstätten sehr erfolgreich praktiziert wird. Noch ist nicht abzusehen, wann das komplette Gelände an der Giesenallee wieder für den Campingplatz genutzt werden kann.

 

Hintergrund: Stadt Kassel hatte Grundstück im November 2017 erworben Die Stadt Kassel hatte das Grundstück in einem Zwangsversteigerungsverfahren im November 2017 erworben. Im Anschluss waren die frühere Eigentümerin und deren Sohn den rechtmäßigen Aufforderungen, etwaige Mietverträge vorzulegen, mehrfach nicht nachgekommen. Am 30. Juli 2018 war der Stadt Kassel dann erstmals Mietvertrag zwischen der ehemaligen Eigentümerin und deren Sohn bekannt geworden, den die Stadt Kassel umgehend gekündigt hatte.

Da keine gütliche Einigung und zeitweise auch keine Kommunikation mit der ehemaligen Eigentümerin, ihrem Sohn und deren Rechtsbeiständen möglich waren, hatte der Rechtsvertreter der Stadt Kassel parallel dazu Zwangsräumungsverfahren vor dem Amtsgericht Kassel vorangetrieben.

In der ganzen Zeit wurden keinerlei Mietzahlungen geleistet, die der Stadt Kassel aber zugestanden hätten. Hinzu kamen nicht unerhebliche Kosten für das langwierige Verfahren./Stadt KS


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