Jeder kann kochen, er braucht nur Mut: Puddingsuppe mit Zwieback und Obstkaltschale

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Morgens Leute, “The Cook” again.

Bei diesen sommerlich heissen Temperaturen tut ein wenig Abkühlung gut, zumal sie nicht von oben kommt, sondern von innen. Ich habe mich in den letzten Tagen an meine Kindheit zurück erinnert und da ist mir meine Oma in den Sinn gekommen. Sie hatte immer etwas tolles, um gegen die warmen Temperaturen vorzugehen. So war eines Ihrer Lieblingsrezepte an den heißen Tagen eine Puddingsuppe mit Zwieback und Obstkaltschale. Das Rezept ist dieses Mal nicht ganz so schwer.

Ein einfacher Pudding besteht aus einem halben Liter Milch oder Sahne (schon besser, macht die Speiseröhre geschmeidig), 150 g Zucker, sechs Eigelb (wer es fluffig mag, hebt das geschlagene Eiweiss in kaltem Zustand unter) und Gewürzen wie Vanille oder Backkakao. Wenn nötig, wird alles noch mit Speisestärke angedickt.

Für die Suppe nehmt Ihr entweder die doppelte Menge Flüssigkkeit oder die halbe Menge Ei und lasst die Stärke weg. Milch oder Sahne oder ein Gemisch von beiden werden mit dem Zucker und den Gewürzen aufgekocht. Die Eigelb solltet Ihr mit einem Schneebesen schaumig aufschlagen und eine Prise Salz zugeben. Diese kommen dann unter ständigen Rühren zur Flüssigkeit. Um kein Rührei zu produzieren, sollte diese nicht mehr kochen. Im Küchenjargon nennt man das zur Rose abziehen, weil man früher den Holzlöffel hineinhielt und dann auf die ovale Rückseite pustete. Wenn sich dort eine Art Rosenblätter ergab, war die Konsistenz perfekt.

Brauchen wir aber gar nicht. Wir wollen ja eine Suppe. Achtet also einfach darauf, das die Temperatur knapp unter 80 Grad liegt, sonst wird die Suppe grisselich, weil das Eigelb degeneriert.

Das Ganze wird kalt gestellt und zum servieren mit Bruchstücken vom Zwieback bestreut. Das Eiweiss könnt Ihr natürlich auch hier aufgeschlagen locker unterziehen, gibt dem Ganzen noch mal mehr Luft und Leichtigkeit. Köstlich!

Die Fruchtkaltschale ist ähnlich einfach. Hier sind alle die, die im Garten Obst haben, klar im Vorteil. Nehmt alles, was Euch in die Hände fällt, so zwei bis drei Kilo. Wenn Ihr also drei habt, kocht zwei davon mit max. 200 g Zucker und dem Abrieb und Saft von zwei Zitronen zu einem Saft. Dauert ca. eine halbe Stunde, dann wird püriert. Wird Euch das alles zu dick, einfach mit Wasser verdünnen oder besser noch, Apfelsaft nehmen, bringt noch mal ne andere Note zu den Beerenfrüchten, die gerade reif sind.

Wenn die Konsistenz stimmt, Ihr also wieder eine Suppe habt (bitte daran denke, dickt beim Abkühlen nach), kommen das restliche Kilo Obst kleingeschnitten hinein und es kann serviert werden. Eine kleine Krone aus Sahne und Gin aus dem Siphon kann eher nützlich sein als schaden.

Wer sich die Mühe nicht machen möchte, kauft sich einen Fruchtsaft, dickt diesen mit Gelatine, Agar Agar oder Speisestärke zur gewünschten Konsistenz an und fügt dann die Früchte bei.

Dann ist die Sommerparty am See schon mal nen Knüller, für die Grössen gibt es Sekt, den man notfalls auch zur Verdünnung nutzen kann, die Kleinen bekommen Blubberwasser mit Zitrone.

Um diese Party abzurunden, braucht es allerdings min. eine Woche Vorrlauf. Am Strand, egal ob See oder Meer in der Sonne, ist Alkohol nicht so toll. Wer aber nicht darauf verzichten will, impft eine Wassermelone. Dazu wird diese unten in einem kleinen Kreis aufgeschnitten, ohne in das rote Fruchtfleisch zu gelangen. Auf der Seite nach unten wird die Melone in einer Schale platziert, wo ein kleiner Platzhalter, eine Untertasse o.ä. hineinkommt, um den Saft aufzufangen. Auf der oberen Seite sollte das Loch schon etwas grösser sein und auch in das Fruchtfleisch hinein reichen, das Ding soll ja geimpft werden.

Jetzt ist Euer Geschmack gefragt, mögt Ihr weissen Rum, Gin oder Vodka? Egal, passt alles zur Melone. Wichtig ist nur, morgens und abends einige Zentiliter einzufüllen, wer kann auch mehrfach am Tag. Im Laufe der Zeit im Kühlschrank wird sich Flüssigkeit absetzen, deshalb der Einsatz in der Form oder Schüssel. Die gehört natürlich nicht in den Ausguss, sondern in Eiswürfelbehälter in den Tiefkühler für weitere fruchtige Anwendungen, wie z.B. ein einfaches Fruchteis aus dem Mixer.

Und jetzt meine Lecker Schmecker, viel Spaß beim nachkochen

 

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