Kassels große Schulen starten in eine neue Zukunft – Offene Schule Waldau und Schule Hegelsberg werden als erste untersucht

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Die Sanierung der Schulen in Kassel rückt in greifbare Nähe. „Jetzt starten wir in eine neue Zukunft der Kasseler Schulen“, freute sich Oberbürgermeister Christian Geselle. „Wir müssen für unsere Kinder auch in den Schulen das beste Zuhause bieten – sie sind unsere Zukunft.“ Gemeinsam mit Bürgermeisterin Ilona Friedrich begrüßte Geselle Schüler, Eltern und Lehrer am Montag, 27. Mai, zu einer Informationsveranstaltung im Rathaus, bei der die weiteren Planungen erläutert wurden.

Das Konzept der Stadt zur Sanierung der Schulen in Kassel sieht vor, dass vor allem die sanierungsbedürftigen Gesamtschulen und Beruflichen Schulen erneuert und zu modernen Orten des Lernens werden. Dafür wird in den kommenden Jahren ein dreistelliger Millionenbetrag investiert.

Als erste werden die Offene Schule Waldau (integrierte Gesamtschule) und die Schule Hegelsberg (kooperative Gesamtschule) untersucht. Laut Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 8. April 2019 stehen weiterhin folgende Schulen in der ersten Phase des Programms:

Elisabeth-Knipping-Schule (Berufliche Schule), Georg-August-Zinn-Schule (integrierte Gesamtschule) und Johann-Amos-Comenius-Schule (integrierte Gesamtschule).

Eine Projektgruppe arbeitet die weitere Reihenfolge ebenso aus wie die konkrete Zeitplanung.

Strategisches Ziel: Zukunftsfähige, moderne Schulen von morgen gestalten „Moderne Schulen können das Leben von Kindern prägen und verändern“, erklärte Oberbürgermeister Geselle. Deswegen sei ein wesentliches strategisches Ziel der Stadt im Bereich „Arbeit und Bildung“ nicht nur eine 1:1-Sanierung der vorhandenen Gebäude. Vielmehr gehe es um die Gestaltung von zukunftsfähigen, modernen Schulen von morgen.

„Es ist uns wichtig, alle wichtigen Akteure mitzunehmen“, betonte Bürgermeisterin Ilona Friedrich, Schuldezernentin der Stadt Kassel. „Dazu gehören neben der Stadt und ihrer städtischen internen Akteure insbesondere die jeweiligen Schulgemeinden.“

Schüler, Lehrer und Eltern bringen Ideen für ihre Schulen ein Jeder einzelne Prozess beginnt mit einer Auftaktveranstaltung in der jeweiligen Schule. Gemeinsam mit Schülern, Lehrern und Eltern werden in Schulkonferenzen die jeweiligen Projektpläne entwickelt. Am Ende wird ein Abschlussbericht mit Schul- und Raumprogramm an die Stadt Kassel als Schulträgerin übergeben.

„Wir machen unsere Schulen durch entsprechende Konzepte fit für die aktuellen pädagogischen und gesellschaftlichen Herausforderungen durch zum Beispiel Integration, Inklusion und den digitalen Wandel“, hob Bürgermeisterin Friedrich hervor. Dies schließe auch die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie die pädagogischen Konzepte jeder einzelnen Schule mit ein.

 

Team-Arbeit mit renommierten Fachleuten

Die Projektgruppe mit Vertretern aus den städtischen Ämtern Schule und Bildung, Kämmerei und Steuern, Liegenschaftsamt, Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz, dem Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters sowie Hochbaubau und Gebäudewirtschaft und der GWG Projektentwicklungsgesellschaft (GWGpro) hatte ihre Arbeit unmittelbar nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aufgenommen. Maßgeblich unterstützt wird sie durch „büroschneidermeyer“.

„Wir haben zwischenzeitlich ein hervorragendes Team zusammengestellt“, betonte Peter Ley, Geschäftsführer der GWGpro. „Jedes Team-Mitglied verfügt über exzellente Kenntnisse und langjährige Erfahrung. Eine spannende Aufgabe!“

„büroschneidermeyer“ aus Stuttgart ist das führende Planungsbüro für Schulneubauten und -sanierungen in Deutschland. Mitgesellschafter Dipl. Ing. Jochem Schneider begleitet die Arbeit GWGpro in der so genannten „Phase Null“ und erläuterte dazu: „Die Phase Null ist eine der wichtigsten Phasen beim Bauen oder Sanieren einer Schule. Gut geplante Schulen vermeiden kostenintensive Änderungen im Bauprozess und sind Voraussetzung für eine zügige Durchführung.“ Die „Phase Null“ beschreibt die Bedarfsplanung auf Basis von quantitativen (Raumkonzept) wie qualitativen (Ausstattung) Aspekten und liegt vor den Leistungsphasen 1-8 der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI), die von klassischen Architekturbüros erbracht werden.

Schneider verfügt über langjährige Erfahrungen mit der architektonischen und städtebaulichen Begleitung von Schulbauprojekten in zahlreichen Kommunen. Ebenso ist er Mitherausgeber wegweisender Schriften, wie „Schulen planen und bauen 2.0“ oder „Leitlinien für leistungsfähigen Schulbau in Deutschland“.

Über das Konzept der Stadt Kassel zur Modernisierung der Schulen In Kooperation mit der GWGpro modernisiert die Stadt Kassel ihre Schulen. Dieses Modell bietet den Vorteil, dass die GWGpro im Sinne einer Treuhänderin für die Stadt Kassel tätig ist sowie flexibler, kostengünstiger und auch zügiger als die Verwaltung agieren kann, da sie nicht den Ausschreibungs- und Vergabekriterien unterliegt, wie sie die Stadt zu beachten hat. Finanziert werden die Sanierungsvorhaben über Kredite eines Bankenkonsortiums.

Umgesetzt wird das Programm unter Zuhilfenahme der gewerblich entprägten „Stadt Kassel Immobilien GmbH & Co.KG“, dessen alleinige Gesellschafterin die Stadt Kassel ist. Die Gründung dieser Vermögensverwaltungs-Gesellschaft wird derzeit vorbereitet. Die Stadt überlässt dieser Gesellschaft die entsprechenden Schulen mit Sanierungsverpflichtung im Rahmen einer Nutzungsüberlassung. Diese wiederum beauftragt die GWGpro im Rahmen eines Projektentwicklungs- und Geschäftsbesorgungsvertrages, die Sanierungs- bzw. Neubauvorhaben durchzuführen.

In diesem Zuge beauftragt die GWGpro entsprechende Architektur- und Ingenieurbüros mit der Planung und Umsetzung der Maßnahmen und ist als Bauherrin operativ tätig. Nach Abschluss der Sanierungs- bzw. Neubaumaßnahmen vermietet die Stadt Kassel Immobilien GmbH & Co.KG die Schulen an die Stadt. Das dingliche Eigentum verbleibt bei der Stadt, das wirtschaftliche Eigentum an den sanierten bzw. neugebauten Schulen geht auf die Gesellschaft über.

Stadt Kassel


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