MHK erwirbt neue Röntgenanlage für kunsttechnologische Untersuchungen

 

Kunsttechnologische Untersuchungen sind heute ein wesentlicher Bestandteil der Forschung an Museen. Mit der Anschaffung einer digitalen Röntgenanlage können bei der MHK ab sofort Objekte wie Gemälde, Textilien, Möbel oder Skulpturen noch gründlicher auf Schäden, Übermalungen oder frühere Zustände untersucht werden. Dies ist nicht nur im Hinblick auf restauratorische Maßnahmen immens wichtig, sondern ermöglicht einen tieferen Einblick in die Werkgenese. Die Anlage ermöglicht eine sehr schnelle Analyse des geröntgten Objektes. Und, je nach Objektgröße, ist es möglich, innerhalb von weniger als einer Stunde Ergebnisse zu erzielen und diese auswertbar und druckreif vorliegen zu haben. Die Röntgenanalyse gibt Auskunft über die Materialstruktur und den Aufbau der Objekte und kann z. B. bei Gemälden erkennen lassen, ob sich noch andere Darstellungen unter der sichtbaren Darstellung befinden. Die neue Röntgenanlage ermöglicht einen entscheidenden Beitrag zur wissenschaftlichen Analyse der Entstehung und Veränderung von Kunstwerken.

 

Als erstes Werk wurde – passend zum 500. Todestag Leonardo da Vincis – ein Gemälde von dessen Schüler Giampetrino untersucht. Es zeigt die antike Königstochter Leda mit ihren Kindern und galt zur Zeit der Erwerbung im 18. Jahrhundert als Werk Leonardos. Tatsächlich geht es wohl direkt auf Zeichnungen des Meisters zurück. Die Röntgenaufnahme ermöglicht hier neuere Erkenntnisse über den Entstehungsprozess. Die noch andauernden Forschungen beschäftigen sich unter anderem mit der Frage, ob und wie viel Leonardo in dem Kasseler Gemälde steckt. Die Ergebnisse werden in der Ausstellung »Der Leda-Code. Ein Meisterwerk voller Rätsel«, die ab 1. November 2019 in der Gemäldegalerie Alte Meister zu sehen ist, präsentiert.

 

»Der Leda-Code. Ein Meisterwerk voller Rätsel« – 1. November 2019 bis 1. Februar 2020 in der Gemäldegalerie Alte Meister, Schloss Wilhelmshöhe

 


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