Jeder kann kochen, er braucht nur Mut: Heiße Liebe

 

Einen schönen Gruß aus der Küche und let´s cook again nach dem Motto, jeder kann kochen er braucht nur Mut. Heute dreht es sich mal um ein Dessert, denn das braucht man ab und an auch, wenn man Gäste hat!

Ich bin ja nun kein Süßer, jedenfalls nicht so sehr in der Küche, als Mensch schon eher. Aber ein klassisches ostdeutsches Dessert darf nicht fehlen. Bei uns hieß es damals „Heiße Liebe“ und ist ein heißer Beerenkompott mit einer Kugel Vanille Eis und etwas gesüßte Sahne. Im norddeutschen Sprachraum, also bei den Flachlandtirolern, wird das Kompott etwas mehr abgebunden und kalt als Rote Grütze gegessen. Was wir dafür brauchen, haben wir auch meist irgendwie Zuhause.

Zutaten:

500 g TK-Beerenmix

100 g Zucker

je 200 ml trockener Rotwein und Sauerkirschsaft

1 Zitrone

1 guten Schuss Schnaps (Korn oder Vodka oder Gin, Rum geht auch)

etwas Speisestärke.

 

Die Zubereitung ist kinderleicht. Zuerst kommt der Zucker in einen Topf und wird karamellisiert. Bitte passt auf, dass es nicht zu heiß wird, denn dann geht’s ganz schnell und der Karamell wird zu dunkel und damit bitter. Hat das Karamell die gewünschte hellbraune Farbe, wird mit dem Rotwein und dem Kirschsaft abgelöscht. Dadurch wird das Karamell erst mal wieder fest, aber durch das langsame Aufkochen unter gelegentlichem Rühren löst sich alles auf.

Nun kommt der Abrieb und der Saft von der Zitrone rein. Zum Abbinden müsst Ihr Euch etwas Speisestärke in Wasser anrühren und in die kochende Flüssigkeit geben, noch einmal kurz kochen lassen. Die Konsistenz sollte, der einer leckeren Bratensauce entsprechen. Jetzt den Herd ausschalten und den Schnaps und die gefrorenen Beeren dazu geben, unterrühren und abschmecken, je nach Gusto also noch mehr Zitrone oder mehr Zucker dazu geben, fertsch.

Soll es statt dem Kompott doch lieber die kalte rote Grütze werden soll, bleibt die Zubereitung gleich. Nur das Binden funktioniert anders. Statt die Speisestärke zu verwenden, wird die Flüssigkeit mit feinem Gries gekocht, daher auch der Name Grütze. Serviert wird mit Vanilleeis und gesüßter Schlagsahne, die Grütze gern auch mit Vanillesauce.

Ihr werdet Euch fragen, wo denn jetzt die Schwierigkeit liegt, im Eis. Natürlich könnt Ihr das Vanilleeis selbst machen, dazu braucht Ihr aber eine Eismaschine, die nun mal nicht in jeder Küche  zur Grundausstattung gehört. Rennt jetzt aber bitte nicht los, denn ich habe selbst auch keine und mache daher immer etwas anderes nämlich ein Basilikum-Limetten Sorbet, dafür brauchts nur nen Schneebesen und eine Edelstahlschüssel.

Die Zutaten:

5 reife saftige Limetten, evtl. noch Limettensaft (wir brauchen 200 ml)

200 g brauner Zucker

1 großes oder 2 kleine Bund Basilikum.

 

Zuerst werden die Limetten abgerieben und dann ausgepresst. Der Abrieb kommt in einen Topf, in dem schon der Zucker wartet, der Saft in einen Messbecher. Sollten es noch keine 200 ml sein, mit Limettensaft auffüllen und in den Topf gießen. Das Basilikum klein schneiden, auch die Stiele und ab in den Topf, diesen auf den Herd stellen, alles umrühren und aufkochen, fünf Minuten simmern lassen.

Die Flüssigkeit wird jetzt durch ein Sieb in die Edelstahlschüssel gegeben und abgekühlt. Die Zeit könnt Ihr nutzen und im Tiefkühler Platz schaffen für die Schüssel, die dann samt Inhalt flugs dort Platz nimmt. Nun folgt das Geduldsspiel. Nach einer Stunde müsst Ihr mal nachschauen. Am Rand der Schüssel sollten sich Eiskristalle gebildet haben, die Ihr mit dem Schneebesen aufrührt. Das muss nun alle halbe Stunde passieren, bis alles wunderbar cremig ist und möglichst keine Eiskristalle mehr vorhanden sind.

Am besten serviert Ihr es a part vom heißen Kompott oder ganz edel im großen Bordeauxglas, das Ihr zuerst mit dem Rand in Limettensaft und dann in Zucker taucht, eine Kugel Sorbet rein gebt und mit einem trockenen Sekt auffüllt. Wer jetzt zu faul ist, alle halbe Stunde zu rühren, macht das halt nur jede Stunde oder zwei. Dann habt Ihr zwar mehr Eiskristalle in der Masse, das macht aber nix. Dann wird’s halt kein Sorbet, sondern ein Granite. Dazu braucht es nicht mehr die Cremigkeit, alles muss kompakt durchfrieren.

Zum Servieren wird mit einem scharfen geraden Messer ganz dünn von der oberen Schicht abgeschabt. Die Schüssel am besten auf ein dickes Tuch oder in einen Ring setzen, das Messer an beiden Enden, am spitzen scharfen natürlich vorsichtig, anfassen und auf Euch zu schaben. Wenn sich das Eis aufrollt, umso besser.

Die Zubereitung des Kompotts funktioniert natürlich auch mit frischen Beeren, dann sollte die Flüssigkeit aber nicht mehr so heiß sein, denn sonst wird alles Matsche. Das Rezept ist aber auch individuell wandelbar, denn Ihr könnt quasi jedes Obst nehmen, das euch schmeckt. Ebenso verhält es sich mit dem Alkohol und den Gewürzen. Kochen hat auch mit experimentieren zu tun. Falls Ihr eine Eismaschine habt, in der Anleitung steht bestimmt ein halbwegs gutes Rezept für Vanilleeis

 

Also gutes Gelingen und fetten Hunger!

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