WWF: Trippelschritte Richtung Energiewende

 

WWF -Die Große Koalition hat sich auf ein Energiesammelgesetz und die lang erwarteten Sonderausschreibungen für Erneuerbare geeinigt. Laut Medienberichten sollen 2019 jeweils ein Gigawatt zugebaut werden, 2020 je 1,4 Gigawatt und 2021 je 1,6 Gigawatt. Dazu sagt Henrik Maatsch, Energieexperte beim WWF Deutschland:

„Die von der GroKo getroffene Vereinbarung zu den Sonderausschreibungen für Wind und Photovoltaik ist lange überfällig. Somit ist es gut, dass sie nun endlich kommen sollen. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Ausbaupfad für Erneuerbare weiterhin weit hinter dem zurückliegt, was nötig wäre, um die Energiewende in Deutschland umzusetzen und dem Pariser Klimaschutzabkommen gerecht zu werden. Mit den aktuellen Zubauraten wird das Ziel von 65-Prozent-Erneuerbaren in 2030 aus dem Koalitionsvertrag nicht erreicht. Und so hilft diese Politik der kleinsten Schritte niemandem wirklich weiter. Wenn wir nicht entschlossen von fossilen auf erneuerbare Energien umsteigen, treiben wir die Erderhitzung weiter an und vernichten damit unsere Lebensgrundlagen. Und auch die Wirtschaft leidet unter einer zögerlichen und zunehmend orientierungslos wirkenden Klima- und Energiepolitik der Bundesregierung.  

Richtig wäre es, pro Jahr mind. 2,5 GW netto an Onshore-Wind und Photovoltaik zuzubauen. Spätestens jetzt, da der Referentenentwurf für einen schnelleren Netzausbau zirkuliert, sollte man die Mär vom netzsynchronen Ausbau der Erneuerbaren begraben und endlich Ernst machen mit dem Aufbau eines erneuerbaren Stromsystems. Dazu gehört selbstverständlich auch, dass Windenergie ebenso an Binnenlandstandorten im Süden zugebaut wird und dass vom Ausbau betroffene Bürger frühzeitig und transparent an Planungsvorhaben beteiligt werden und an der Wertschöpfung der Anlagen teilhaben. Sonst taugt die Überschrift ‚Deutschland, Land der Energiewende‘ bald nur noch für ein Märchen.“

 

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