Erzbistum mit Plus in der Kasse: Ankündigung für 2020

 

Der Dom in Paderborn. Foto: Bernd Thissen/Archiv

Die brummende Wirtschaft und die damit verbundenen sprudelnden Einnahmen aus der Kirchensteuer haben dem Erzbistum Paderborn im vergangenen Jahr ein Plus in der Bilanz von 15 Millionen Euro gebracht. 2016 lag dieser Wert noch bei 12,1 Millionen Euro, wie das Erzbistum am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Paderborn mitteilte.

Die Bilanzsumme stieg um 2,6 Prozent auf knapp 4,4 Milliarden Euro. 9,7 Millionen Euro des Überschusses gehen an die Kirchengemeinden, 5,3 Millionen Euro an karitative Zwecke wie ein Projekt gegen Armutsprostitution und ein kleiner Teil an die Flüchtlingshilfe. Ursprünglich hatten die Finanzexperten des Bistums für 2017 noch mit einem Minus gerechnet. Die Kirchensteuern legten allerdings um 4,7 Prozent auf den Rekordwert von 409,7 Millionen Euro zu.

Für 2018 rechnet das Erzbistum erneut im Vorjahresvergleich mit leicht höheren Einnahmen durch die Kirchensteuer, allerdings auch mit weiter steigenden Personalkosten.

Nach dem Erzbistum München und Freising und noch vor Köln zählt Paderborn damit zu den wohlhabendsten Bistümern in Deutschland. Die nach Mitgliedern sechstgrößte deutsche Diözese mit 1,52 Millionen Katholiken umfasst ein Gebiet von rund 15 000 Quadratkilometern in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen. Für das Erzbistum arbeiten knapp 3000 Mitarbeiter und etwas weniger als 600 Priester.

Für 2020 kündigte das Erzbistum weitere Transparenz an. Paderborn will dann in knapp zwei Jahren die Finanzen des Bischöflichen Stuhls für 2019 offenlegen, wie Generalvikar Alfons Hardt ankündigte. Die Bistümer in Deutschland hatten nach dem Finanzskandal um den ehemaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst eine Transparenz-Offensive gestartet und ihre Bilanzen veröffentlicht.

Kritik gab es allerdings, weil die Zahlen der 27 Diözesen nur schwer vergleichbar sind. So veröffentlichen einige Bistümer wie München und Köln zusätzlich auch die Zahlen des sogenannten Bischöflichen Stuhls, andere wie Paderborn taten dies bislang nicht.

Der Bischöfliche Stuhl ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. In seiner Bilanz wird unabhängig vom Bistum das Vermögen dargestellt, das für die Aufgaben des Bischofs genutzt wird. Die Zusammensetzung von Vermögen und Haushalt fällt allerdings je nach Bistum unterschiedlich aus.

 

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