Islamforscherin: Radikale haben großen Zulauf Jugendlicher

 

 

Bei Salafisten, aber auch bei gewaltbereiten Dschihadisten gibt es nach Angaben der Frankfurter Islamwissenschaftlerin Susanne Schröter eine hohe Zahl sehr junger Anhänger. «Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass junge Leute leichter zu beeinflussen sind», sagte die Leiterin des Forschungszentrum Globaler Islam an der Goethe-Universität am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Propaganda islamistischer Organisationen sei «relativ einfach gestrickt» mit klarer Einteilung in Gut und Böse, Gläubige und Ungläubige. «Es gibt da wenig Grautöne.»

Hinzu komme, dass viele Jugendliche während der Pubertät Probleme mit den Eltern oder der Schule hätten und in einer Krise steckten. «Das macht sie zusätzlich anfällig für Radikalisierung.» In salafistischen Gruppen etwa hätten sie sofort das Gefühl, von Gleichgesinnten in einer großen Gemeinschaft akzeptiert zu werden, so Schröter. «Jugendliche finden es natürlich toll, wenn sie zu einer auserwählten Elite gehören, die die Welt umkrempeln kann», sagte die Wissenschaftlerin zu den Verstrickungen Jugendlicher in radikale Gruppen. Der IS, aber auch andere dschihadistische Gruppen machten etwa im Internet gezielt Propaganda für ganz junge Menschen – nicht nur für Jugendliche, sondern sogar für Kinder.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag mitgeteilt, das ein 17-Jähriger wegen des Verdachts auf Planung und Vorbereitung eines islamistischen Terroranschlags im Rhein-Main-Gebiet festgenommen wurde. Der Jugendliche mit deutscher und türkischer Staatsangehörigkeit sei am 1. September in Florstadt im Wetteraukreis in der Nähe seines Elternhauses gefasst worden. Er sei geständig und sitze in Untersuchungshaft.

 

Print Friendly, PDF & Email

NordHessen-Journal Nachrichten und Berichte von NordHessen für NordHessen

Wir freuen uns über Kommentare

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.