PETA kritisiert Jäger und fordert Verbot der Hobbyjagd in Deutschland

 

 

Nittenau / Stuttgart, 14. August 2018 – Tragischer Jagdunfall: Am vergangenen Sonntag wurde ein 47-Jähriger auf der B16 bei Nittenau im Landkreis Schwandorf durch einen Schuss tödlich verletzt. Der Mann war als Beifahrer mit einem Bekannten unterwegs, als ihn eine Gewehrkugel durch die Seitenscheibe traf und tötete. Laut Informationen der örtlichen Jagdvereinigung fand zu dieser Zeit eine Erntedrückjagd auf Wildschweine in diesem Gebiet statt. Im Hinblick auf die zahlreichen tödlichen Jagdunfälle der vergangenen Wochen übt die Tierrechtsorganisation PETA nun scharfe Kritik an der Jägerschaft für ihr verantwortungsloses Handeln und fordert ein längst überfälliges Verbot der Hobbyjagd in Deutschland.

 

„Wie viele Menschen müssen noch schwer verletzt werden oder sterben, bevor die Hobbyjagd endlich verboten wird?“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Jahr für Jahr ereignen sich zahlreiche Tragödien, weil schießwütige Spaßjäger verantwortungslos in der Gegend herumballern. Ein Eingreifen des Gesetzgebers ist längst überfällig.“

 

Am 14. Juli wurde eine Sechsjährige im thüringischen Saara beim Spielen im Garten durch den Schuss eines Jägers schwer verletzt. Zwei Tage danach starb ein Mann bei einem Jagdunfall im nordrhein-westfälischen Ochtrup, wieder zwei Tage später kam ein Jäger durch einen Schuss bei der Vertreibung von Wildtieren auf einem Feld in Unterwellenborn in Thüringen ums Leben. PETA weist darauf hin, dass jedes Jahr nicht nur hunderttausenden Tieren erhebliches Leid durch Fehlschüsse zugefügt wird, sondern auch mehrere Dutzend Menschen von Hobbyjägern getötet und verletzt werden.

 
Eine im Auftrag der Tierrechtsorganisation im vergangenen Monat durchgeführte repräsentative Forsa-Umfrage bestätigt, dass mit 49 Prozent rund die Hälfte der Bundesbürger die Hobbyjagd ebenfalls ablehnt. Den mehr als 380.000 Hobbyjägern in Deutschland stehen nur etwa 1.200 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüber.

 

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht geeignet ist, um Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere beispielsweise in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, wodurch sich die Geburtenrate erhöht [1]. Demnach bedingt ein hoher Jagddruck, dass in dem Gebiet die Population der betreffenden Wildtiere ansteigt.  Auch Prof. Dr. Josef Reichholf, ein namhafter Biologe der TU München, sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

 

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