ZDF-„37°“-Langzeitdoku über den Kampf gegen das Dorfsterben

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In Postlow gibt es wenig Arbeit. Marlis (53) hat erfolgreich eine Apfelmosterei und einen Hofladen gegründet. „Wir müssen selbst anpacken und nicht jammern“, sagt sie.
Quellen „obs/ZDF/Daniela Agostini“

Mainz (ots) – Postlow ist eine kleine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern – mit sehr schlechten Zukunftschancen. Hier gibt es weder eine Kneipe noch ein Geschäft, eine Schule oder einen Arzt. Was tun die Menschen gegen das Dorfsterben? Für die „37°“-Dokumentation „Hier ist noch lange nicht Schluss – Der Kampf gegen das Dorfsterben“ am Dienstag, 7. August 2018, 22.30 Uhr im ZDF, begleitet Autorin Daniela Agostini über ein Jahr lang Einwohner, die trotz allem ihre Heimat nicht aufgeben wollen und sich auf ganz unterschiedliche Weise für sie einsetzen.

Der Verfall ist vielerorts sichtbar: In der idyllischen Gegend mit weiten Feldern und Alleen stehen verlassene Gutshöfe, leere Häuser und DDR-Bauten in schlechtem Zustand. In Postlow gibt es kaum Arbeitsplätze, für Investitionen und Sanierungen fehlt oft das Geld. Der Frust ist groß, und viele junge Leute ziehen weg.

„Nicht jammern, sondern anpacken!“ Die 53-jährige Marlies will sich mit dieser Entwicklung nicht abfinden. Zusammen mit ihrem Mann Hartmut hat sie auf dem abgelegenen Anwesen ihrer Schwiegereltern eine kleine Mosterei mit Hofladen eröffnet, in der alle Einwohner der Region ihr Obst verarbeiten lassen können. Das schafft Arbeit, auch für zusätzliche Kräfte. Doch die Apfelernte ist miserabel in diesem Jahr, wird das ihre Existenz gefährden?

„Wir wollen das Dorfleben wieder in Schwung bringen“, sagt Oliver. Der 28-Jährige ist einer der wenigen Jungen, die in Postlow geblieben sind. Oliver hat Glück, denn er hat Arbeit bei der Straßenmeisterei in der nächstgelegenen Stadt Anklam. Er lebt mit seiner Familie im Haus seiner verstorbenen Großeltern, Tür an Tür mit den Eltern. Oliver hat seine Kindheit hier verbracht, war nie weg – und will es auch gar nicht. Bei der Freiwilligen Feuerwehr, dem einzigen Verein im Dorf, übernimmt er die Verantwortung als Wehrführer und fördert die Kinder.

„Ohne Nachbarschaftshilfe geht es nicht!“ Ursula (74) kam im Alter von zwei Jahren als Flüchtlingskind mit ihrer Mutter und den Brüdern aus Hinterpommern nach Postlow. Seit 50 Jahren lebt sie in ihrer Dreiraumwohnung im Plattenbau, hier möchte sie bleiben, auch wenn ihr Gesundheitszustand immer schlechter wird. Zum Glück existiert noch der Zusammenhalt mit den Nachbarinnen, sie helfen sich gegenseitig bei Arztbesuchen und beim Einkaufen und leisten sich im Alter Gesellschaft. Doch wird Ursula in ihrer Wohnung bleiben können?

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