40.000 Euro für das Antisemitismus-Projekt der Anne-Frank Bildungsstätte

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25.07.2018 Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

Mit knapp 40.000 Euro unterstützt die Hessische Landesregierung das Projekt gegen „Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung in der Migrationsgesellschaft“ der Anne-Frank Bildungsstätte in Frankfurt. „Religionsfeindliche Übergriffe – aus welchem vermeintlichen Motiv auch immer – tolerieren wir in keiner Weise. Vor dem Hintergrund unserer Geschichte haben wir eine besondere Verantwortung gegenüber jüdischem Leben in Deutschland. Es kann uns nicht ruhen lassen, wenn wir hören, dass Juden in deutschen Städten Angst haben, eine Kippa zu tragen. Daher werden wir weiter mit aller Kraft für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft streiten“, betonte der Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Kai Klose, heute anlässlich der Übergabe des entsprechenden Bewilligungsbescheids.

Als Zentrum für politische Bildung und Beratung Hessen entwickelt die Bildungsstätte Anne Frank innovative Konzepte und Methoden, um Jugendliche und Erwachsene für die aktive Teilhabe an einer offenen und demokratischen Gesellschaft zu stärken. Sie ist daher der geeignete Vertragspartner, so Staatssekretär Klose, um einen der bisher zwei von der Hessischen Landesregierung abgeschlossenen Integrationsverträge umzusetzen. „In Hessen funktioniert Integration Hand in Hand. Unsere Integrationsverträge sind Ausdruck dieses Bündnisses mit der Zivilgesellschaft. So kann Integrationspolitik Menschen tatsächlich erreichen“, erklärte Klose.

 „Es ist wichtig, dass die Politik deutliche Signale sendet.“

Die Bildungsstätte Anne Frank begrüßte das Vorhaben des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, Projekte und Initiativen gegen Antisemitismus und Rassismus zu fördern. „Aus unserer Bildungsarbeit und der Beratung von Betroffenen wissen wir: Antisemitismus und Rassismus sind auch in Hessen für viele Menschen Alltag und Normalität“, sagte Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, die als landesweites Zentrum für politische Bildung und Beratung mit Standorten in Frankfurt/Main (Zentrale) und Kassel in ganz Hessen vertreten ist. „Ich freue mich, dass die erste Veranstaltung im Rahmen der Förderung am 27.August stattfindet. Wir werden über die Thematisierung des Nahostkonflikts an deutschen Schulen sprechen. Weitere Events sowie Angebote für pädagogische Fachkräfte und Jugendliche sind ebenfalls im Projektvorhaben eingeplant.“

Vor dem Hintergrund der antisemitischen und islamfeindlichen Vorfälle der jüngeren Zeit habe das Sicherheitsgefühl von Menschen, die in Hessen einer Minderheit angehören, noch einmal deutlich gelitten. Zugleich seien für viele Angehörige der Mehrheitsgesellschaft die Ausmaße der Anfeindungen nur schwer greifbar, viele fühlten sich selbst verunsichert durch die Herausforderungen der vielfältigen und interkulturellen Gesellschaft. „Es ist wichtig, dass die Politik deutliche Signale sendet. Die Hessische Landesregierung geht mit dem Integrationsvertrag einen wichtigen Schritt, da es zum einen die Ausgrenzungserfahrungen von muslimischen Jugendlichen berücksichtigt und gleichzeitig deren antisemitische Vorurteile, die mit einer Israelkritik vermischt werden, aufgreift“, sagte Saba-Nur Cheema, Leiterin der Pädagogischen Programme der Bildungsstätte Anne Frank.

Hintergrund

Die Hessische Landesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm den Abschluss von Integrationsverträgen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren festgehalten. Die ersten beiden Verträge wurde Anfang Mai zu zwei zentralen und sehr aktuellen Themen abgeschlossen.

Ein Vertragspartner ist dabei die Bildungsstätte Anne Frank (BAF) mit dem Thema „Antisemitismus und Rassismus in der Migrationsgesellschaft“. Der zweite bereits abgeschlossene Integrationsvertrag mit dem Hessischen Jugendring (HJR) hat das nicht minder wichtige Thema der Zugehörigkeit von Angehörigen der zweiten und dritten Generation Zugewanderter zum Inhalt.

 

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