Falscher Polizist soll an weiterem Betrug beteiligt sein

 

 

Ein Schild mit dem Schriftzug «Amtsgericht Kassel – Staatsanwaltschaft Kassel» vor dem Justizzentrum in Kassel. Foto: Uwe Zucchi/Archiv

Mit einer Überraschung hat am Mittwoch der Prozess gegen einen mutmaßlichen Betrüger vor dem Amtsgericht Kassel begonnen. Der 36-Jährige aus dem Landkreis Coesfeld (Nordrhein-Westfalen) soll mehr als einmal versucht haben, Senioren mit der Masche «falscher Polizeibeamter» um ihr Vermögen zu bringen. Dem Gericht liege eine weitere Anklage aus Dortmund vor, sagte der Vorsitzende Richter. Knapp drei Monate nach einer Festnahme wegen eines ersten Falls in Nordhessen soll er erneut erwischt worden sein. Bei dem Prozess in Kassel wird dem 36-Jährigen vorgeworfen, als Kurier für weitere Täter gearbeitet zu haben.

Die Betrüger sollen sich das Vertrauen einer 79-Jährigen erschlichen haben. Sie gaben sich als Polizisten aus, die das Vermögen der Frau als Beweismittel brauchten. Doch die echte Polizei erfuhr davon und verfolgte den Angeklagten nach der Übergabe der vermeintlichen Goldbarren, die nur aus Kupfer bestanden. Im Landkreis Recklinghausen wurde er dann verhaftet. Seine Rolle als Kurier bestreitet der Mann nicht, er habe aber nicht die Hintergründe gekannt. Es ist zunächst nur ein Prozesstag angesetzt.

Bei der Betrugsmasche «falscher Polizeibeamter» handelt es sich nach Angaben des Landeskriminalamtes Hessen zusammen mit dem Enkeltrick «aktuell um die größten und schwerwiegendsten Straftaten zum Nachteil älterer Menschen». Die Fallzahlen steigen. So wurden im vergangenen Jahr 462 Fälle angezeigt, bei denen falsche Ordnungshüter vor allem zu älteren Menschen Kontakt aufnahmen. In 392 Fällen waren sie erfolgreich.

 

 

Print Friendly, PDF & Email

NordHessen-Journal Nachrichten und Berichte von NordHessen für NordHessen