Autofahren mit Demenz: Ärzte sollen Patienten beraten

 

 

Rubrikbild : Eine 84-jährige Frau fährt mit dem Auto durch Weingarten. Foto: Felix Kästle/Archiv

Hausärzte sollen künftig bei der Beratung zum Thema Autofahren mit Demenz eine wichtigere Rolle spielen als bisher. Das geht aus einer neuen Empfehlung hervor, die am Donnerstag auf einer Tagung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft im Kassel vorgestellt wird. Für Ärzte und Angehörige sei die Frage, ob sich ein Demenzkranker hinters Steuer setzen kann, eine «sehr konfliktträchtige Situation», sagte Helga Schneider-Schelte von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft im Vorfeld der Tagung. Die neue Empfehlung zeige stufenweise Lösungsmöglichkeiten auf.

«Angehörige von Demenzpatienten fühlen sich bei diesem Thema oft allein gelassen», erklärte Schneider-Schelte. Auf der Suche nach einer Person, die helfen könne, sei man schnell auf den Hausarzt gestoßen. Bei einem Forschungsprojekt arbeiteten Mediziner, Juristen und Verkehrsexperten Empfehlungen für Hausärzte aus. Die sehen unter anderem vor, dass möglichst schon vor einer Demenz mit Patienten über das Thema Autofahren im Alter gesprochen wird. Im Extremfall könne der Arzt sich aber auch an Behörden wenden, um eine Fahreignung prüfen zu lassen.

Die Fachtagung «Demenz und Autofahren» der Deutschen Alzheimer Gesellschaft findet am Donnerstag in Kassel statt. Dazu werden 110 Teilnehmer aus ganz Deutschland erwartet. Darunter sind Mediziner, Feuerwehrleute, Polizisten und Demenzberater.

 

 

 

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