WWF – Das Mittelmeer: Plastik-Müllkippe Europas? Teil 3

 

Lösungsansätze zur Verbesserung der Müll-Situation im Mittelmeer

Viele Mittelmeerländer bemühen sich schon seit einigen Jahren um eine Verbesserung der Situation. So gibt es zum Beispiel in Italien und Frankreich bereits ein Verbot von Plastiktüten in Supermärkten. Doch das reicht längst nicht aus. In den meisten Anrainerstaaten ist das Abfallsystem ineffizient und es gelangt jede Menge Müll in die Natur. Um das Problem in den Griff zu bekommen, muss auf vielen Ebenen etwas passieren. Politik, Unternehmen und Abfallwirtschaft müssen sich um eine Verbesserung der Lage bemühen. Doch auch jeder Einzelne, vor allem auch jeder Tourist, kann und muss etwas tun, um das Mittelmeer als vielfältige Naturlandschaft und schönen Urlaubsort zu bewahren.

Das können Politik und Wirtschaft tun:

Bessere Abfallentsorgung: Es darf nicht mehr passieren, dass Plastikmüll überhaupt in die Umwelt gelangt. Daher ist es wichtig, dass das Entsorgungssystem in allen Ländern verbessert wird. Ziel: 100 Prozent des Mülls im Land sammeln und effektiv entsorgen.

Plastikproduktion reduzieren: Noch fehlen dafür verbindliche internationale Regelungen. Ein generelles Verbot von Plastiktüten und Mikroplastik-Zusätzen in Kosmetikprodukten oder technischen Anwendungen wäre da ein guter Anfang. Die Mengen an Kunststoff in einem Duschgel oder anderen Kosmetikprodukten mögen klein wirken, aber sie summieren sich: Mehr als 3000 Tonnen Plastik pro Jahr kommen momentan in Europa in Kosmetikprodukten zum Einsatz.

Mehr Recycling: Die Recycling-Quote von Plastikmüll ist zu niedrig: In Spanien liegt sie bei etwa 38 Prozent, in Frankreich oder Griechenland dagegen wird gerade einmal ein Fünftel des Plastiks verwertet. Im Vergleich dazu liegen wir in Deutschland bei etwa der Hälfte, was auch noch optimierbar ist.

Alternative Verpackungen: Es dürfen keine Einwegartikel oder schlecht verwertbare Plastikverpackungen mehr auf den Markt kommen. Stattdessen müssen recyclingfähige oder kompostierbare Alternativen stärker gefördert werden.

Mehr Verantwortung übernehmen: Vor allem Branchen wie die Schifffahrt oder der Tourismus müssen sich ihrer Rolle in der Verschmutzung des Mittelmeeres bewusst werden. Sie müssen selbst dafür sorgen, dass Plastikmüll vermieden wird und nicht in die Natur gelangt.

Das kann jeder selbst tun:

Plastikverbrauch reduzieren: Am besten ist es immer noch, Verpackungen so weit wie möglich zu vermeiden und damit Müll zu reduzieren. Und dazu kann jeder etwas beitragen: im Alltag genau wie im Urlaub: Indem man auf Einwegprodukte verzichtet oder beim Einkaufen auf Verpackungen aus recyceltem Material setzt. Und indem man auf Kosmetik, die Mikroplastik enthält, verzichtet.

Müll sammeln und trennen: Gerade in Küstennähe ist es wichtig, keinen Müll in die Natur gelangen zu lassen. Das heißt: alles, was man an den Strand mitbringt, unbedingt wieder mit nach Hause nehmen. Und auf leichte Plastikartikel wie Becher oder Strohhalme, die vom Wind schnell ins Meer geweht werden können, beim Strandausflug am besten ganz verzichten. Den Müll gut trennen, denn so kann mehr recycelt werden.

Strandsäuberungsaktionen unterstützen: In vielen Regionen gibt es Initiativen und Projekte, die sich darum kümmern, die Strände von Plastik zu säubern. Jeder kann bei den Sammelaktionen mitmachen. Oder einfach Plastikmüll, den man im und am Meer findet, mitnehmen und entsorgen. So können wir alle gemeinsam dazu beitragen, dass das Meer aus Plastik irgendwann kleiner wird.

 

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