Vorbereitungen laufen zügig: Planung für Neubau der Stadtschleuse beginnt

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Das bundesweit modellhafte Projekt zur Rettung der Kasseler Stadtschleuse geht mit großen Schritten voran. Die Ingenieurleistungen zur detaillierten Planung eines Neubaus werden in diesen Tagen europaweit ausgeschrieben. Zudem ist die örtliche Vermessung des Grundstücks der Fulda-Schleuse, das die Stadt Kassel von der Bundesrepublik Deutschland übernehmen will, abgeschlossen. „Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht, um die weiteren Planungen für einen Neubau unserer Stadtschleuse voranzutreiben“, teilte Oberbürgermeister Christian Geselle jetzt mit. „Denn mit dem Abschluss der Grundstücksvermessung und dem neu definierten Schleusengrundstück ist eine wesentliche Voraussetzung erfüllt, um den Kaufvertrag vorzubereiten.“ Allein die Vermessung sei unter anderem wegen des hohen Wasserstandes ein kompliziertes Unterfangen gewesen. Lediglich die Schleuse wird in das Eigentum der Stadt übergehen. Das unter Denkmalschutz stehende Wehr wird weiterhin vom Bund betrieben.

Geselle lobte den engagierten Einsatz aller Beteiligter bei Bund und Land für die Kasseler Stadtschleuse: „Das Vorhaben gelingt, wenn wir alle an einem Strang ziehen. Das Motto muss lauten: möglichst schnell, aber vor allem gründlich.“ Letztlich sei die Übernahme der Schleuse durch die Stadt Kassel ohne Alternative. Andernfalls würde die Schleuse für immer geschlossen bleiben – mit entsprechenden Folgen für die Schifffahrt und die wassersporttreibenden Vereine in Kassel. „Wir haben stets betont, dass wir den Betrieb der Schleuse langfristig sichern wollen. Für das Leben am Fluss braucht Kassel die Stadtschleuse“, sagte Geselle.

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung der Bundesrepublik Deutschland erstellt derzeit den Entwurf des mit der Stadt Kassel abzuschließenden Grundstückskaufvertrages. Vorgesehen ist, diesen bis Ende 2018 zu unterzeichnen, damit das Grundstück an den Eigenbetrieb KASSELWASSER übergehen kann. Zeitgleich treibt KASSELWASSER die weiteren Planungen für den Neubau und den Betrieb der Schleuse voran.

Nach bisherigen Schätzungen sind für den Schleusen-Neubau Investitionen von 7,5 Millionen Euro notwendig. Der Bund, das Land Hessen und die Stadt Kassel beabsichtigen, sich die Kosten aufzuteilen. Danach übernimmt die Bundesrepublik Deutschland 50 Prozent der Kosten. Stadt und Land teilen sich die andere Hälfte – etwa jeweils 1,9 Millionen Euro. Details dazu werden in den kommenden Monaten in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe erarbeitet, damit die Finanzierungsvereinbarung zusammen mit dem Kaufvertrag zwischen Bund und Stadt unterzeichnet werden kann. Bisher hatten Bund und Stadt in der Arbeitsgruppe bereits Details zur Vorbereitung der Übernahme der Stadtschleuse abgestimmt.

Nach bisheriger Planung wäre der insgesamt zweijährige Neubau der Schleuse im Jahr 2024 abgeschlossen. Dem Bau mit einer neuen Schleusenkammer in der Größe von 40 mal 7,5 Metern (die Schleuse Wahnhausen ist 35 mal 6,75 Meter groß) gehen umfangreiche Planungen und ein Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium Kassel voraus. „Wir wollen die Stadtschleuse schnellstmöglich übernehmen, sanieren und zügig wieder in Betrieb nehmen, um Schifffahrt, Wassersport und Tourismus auf der Fulda zu ermöglichen“, betont Oberbürgermeister Christian Geselle.

Dabei könnte Kassel auch Vorbild für andere Städte werden. Nach dem Rückzug der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes aus dem Betrieb kleinerer Schleusen sehen alle Beteiligten den Modellcharakter des eingeschlagenen Weges für den Erhalt der Kasseler Stadtschleuse.

 

Hintergrund:

Die Kasseler Stadtschleuse wurde 1913 fertig gestellt und in Betrieb genommen. Die Schleusenkammer ist 85 mal 10,5 Meter groß, überwindet einen Höhenunterschied von 2,80 Metern und verband bislang den 14 Kilometer langen Fuldaverlauf im Stadtgebiet mit der Unteren Fulda beziehungsweise dem weiteren Wasserweg über die Weser bis zur Nordsee.

Die Stadtschleuse war zum Ende der Saison 2016 aufgrund eines Gutachtens, nach dem ein sicherer Betrieb nicht mehr gewährleitet werden könne, vom Wasserstraßen – und Schifffahrtsamt dauerhaft verschlossen und stillgelegt worden. In den vorausgegangenen Jahren war das Wassertor zur Stadt mehrfach saniert und repariert worden. Nachdem der Bund sich nicht zu einem nötigen Schleusen-Neubau und den weiteren Betrieb der Kasseler Stadtschleuse entschließen konnte, erklärte sich die Stadt bereit, die Schleuse zu übernehmen. Bund, Land und Stadt einigten sich auf die gemeinsame Finanzierung einer neuen Schleuse, die künftig von der Stadt beziehungsweise KASSELWASSER betrieben werden soll.

 

Zeitschiene voraussichtlicher Abschlusstermine:

12/2018             Vergabe Ingenieur-Leistung

03/2019             Vermessung Baugrund

05/2019             Vorplanung

01/2020             Entwurfs- und Genehmigungsplanung

07/2020             Genehmigung RP

12/2021             Ausführungsplanung

06/2022             Bauausschreibung und Vergabe

06/2024             Bau

Stadt Kassel

 

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