Tierschutzwidriger Einsatz von Ochsen und Kamelen für Wettrennen in Taufkirchen

 

08.05.2018

PETA fordert Landrat und Bürgermeister auf, die Veranstaltung zu untersagen

Taufkirchen/Stuttgart, 8. Mai 2018 – Anlässlich des 125-jährigen Bestehens eines örtlichen Burschenvereins sollen diesen Donnerstag Ochsen und Kamele bei einem Wettrennen in Taufkirchen gegeneinander antreten. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung wandte PETA sich nun mit einem Schreiben an Landrat Christoph Göbel, Bürgermeister Ullrich Sander und den Veterinäramtsleiter Dr. Hans Marx mit dem Appell, das Ochsen- und Kamelwettrennen zu untersagen. Nach Auffassung der Tierrechtsorganisation ist die Veranstaltung tierschutzwidrig. Zudem wird anwesenden Kindern vermittelt, dass es in Ordnung sei, Tiere zum Spaß zu misshandeln.
 
„Tiere für die Volksbelustigung einem hohen Verletzungsrisiko, Misshandlungen und starkem Stress auszusetzen, ist ein Zeichen von Rückständigkeit und gehört nicht ins 21. Jahrhundert“, erklärt Peter Höffken, Fachreferent bei PETA, in dem Schreiben an die Behörden.
 
Bei den meisten sogenannten Ochsenrennen tragen die Tiere kleinere oder größere Verletzungen davon. Auch der Stress während des Transports und der Veranstaltung kann zu erheblichem Leid bei den Tieren führen. Während Veranstalter die Risiken kleinreden, berichteten Augenzeugen von „Ochsenrennen“ in der Vergangenheit, dass Tiere aufgrund der Aufregung an Durchfall litten und zitterten. PETA betont, dass es untragbar ist, Ochsen und Kamelen durch Peitschenschläge eine möglichst hohe Leistung abzuverlangen. Laut Paragraf 1 des Tierschutzgesetzes ist es verboten, einem Tier ohne „vernünftigen Grund“ Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. Demnach dürfen Tiere nicht zur Belustigung Leid ausgesetzt werden.
 
„Eltern möchten Kindern Mitgefühl und Respekt gegenüber anderen Lebewesen vermitteln. Doch derartige Veranstaltungen suggerieren stattdessen, dass es in Ordnung sei, Tiere für das eigene Vergnügen zu missbrauchen und zu schlagen“, so Peter Höffken.

Ochsen werden seit Jahrtausenden vom Menschen in der Landwirtschaft und zu Nahrungszwecken gehalten und genutzt. Der Begriff „Joch“, ein Zuggeschirr für Ochsen, wird heute noch im übertragenen Sinn für eine als bedrückend empfundene Fremdherrschaft benutzt. Rinder sind jedoch intelligente Tiere mit einem Langzeitgedächtnis. Sie bilden im Laufe der Zeit Freundschaften und soziale Hierarchien. Sie verfügen über eine Vielzahl an Emotionen und Verhaltensbiologen zufolge auch die Fähigkeit, sich über die Zukunft Sorgen machen zu können.

 

Quelle: www.peta.de

 

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