Der Weg hin zur Vollbeschäftigung mit Seehofer

 

 

Oder anders gefragt, was hat der Staat dem entgegen zu setzen?
Ein Kommentar zu den geplanten, zentralen Aufnahmezentren.

 

Neue Flüchtlings- Aufnahmezentren „über“all in der Republik

Man stelle sich die Seehoferschen Szenarien einmal bildlich vor.
1000 Flüchtlinge aller möglichen Sprachräume dieser Erde, begehren in einem Zentrum die Aufnahme und die Eingruppierung als Asylant.
Diese Zentren sollen nach den aktuellen Plänen von ausgebildeten Polizeibeamten bewacht werden.

Es stellen sich nach den Vorfällen in Elwangen oder in Witzenhausen die Fragen, wie es sich wohl verhalten dürfte, wenn sich von den 1000 Menschen nur 500 zusammenrotten würden?


Wir wollen mal durchkalkulieren:

• Um eine Gruppe von 500 von weiteren 500 zu trennen, müsste sicherlich mindestens 2 Hundertschaften der Polizei bereitstehen.
• Da es nicht absehbar ist, wann es genau losgeht, müsste man sinnigerweise diese 2 Hundertschaften bereithalten und das am besten rund um die Uhr.
• Ab und an brauchen die neuen Aufnahmezentrumspolizisten auch mal frei, so dass man kalkulatorisch von mindestens 4 x 2 Hundertschaften ausgehen muss.

• Die Zahlen die man im Internet findet zur Stärke einer Hundertschaft sind widersprüchlich – wie gehen von rund 100 Vollzugsbeamten aus.
• Also benötigen wir pro Aufnahmezentrum rund 800 neue Polizeivollzugsbeamte


„Entscheidungs- und Rückführzentren“

Die von der neuen Bundesregierung vereinbarten Obergrenzen für Asylsuchende wurden auf 200.000 Menschen festgelegt. Von der EU hören wir zwar ganz andere Zahlen, denen die CDU und SPD Abgeordneten dort zugestimmt haben – aber lassen wir es mal bei den 200.000.

Folglich müssten 200 solcher Zentren nicht nur gebaut werden, sondern auch betrieben werden.
Wir erinnern uns an die Zahl von 800 Polizeibeamten pro Zentrum. Wir sind nunmehr bei einer Zahl von 160.000 neuen Polizeibeamten angelangt.
Wir wollen dabei niemals – auch nicht kalkulatorisch dran denken, wie es wäre, wenn es mehr als 500 Personen wären.
Weiterhin bräuchten wir natürlich Küchenkräfte, Reinigungskräfte, Hausmeister, Elektriker usw. und natürlich auch Fachpersonal, was schlussendlich darüber entscheidet, ob der Asylsuchende nun Asyl bekommt, oder ob er zur Grenze begleitet wird.


Stichwort begleitet

Um einen Flüchtling wieder zurück zu begleiten, bedarf es einem minimalen Aufwand von 2 Beamten.
Um auch hier eine vernünftige Urlaubs- Frei- und Krankenvertretungsreserve zu haben, sollte man mit gut 5 Beamten kalkulieren.

Diese könnten dann an 5 Tagen der Woche rund 5- 10 Personen abschieben (Kalkuliert ohne Widerstand und Freiwillige Rückkehr)
Dies bedeutet, dass man um die 1000 Personen zurückzubringen rund 100 Tage bräuchte. Also 100 Tage durch 5 Tage-Woche = 20 Wochen.
In dieser Zeit gab es natürlich weiteren „Zufluss“, den lassen wir mal außen vor.
Wir fassen zusammen: 5 „Abschiebebeamte“ pro Zentrum mal 200 Zentren = 1000 Beamte.
160.000 plus 1000 gleich 161.000 neue Beamte


Wieviel Polizeibeamte gibt es in Deutschland?

Man geht von ungefähr 250.000 Beamten in Deutschland aus, die für die Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit zuständig sind.
Bei der Anzahl der hier lebenden Menschen und der Anzahl von 200.000 jährlich dazukommenden Asylsuchenden sicherlich viel zu wenig.

Neu hinzu kommen daher ja auch die mindestens 161.000 neuen Polizeibeamte für die Zentren.

Ergo wird es dann rund 411.000 Polizeibeamte geben.

Zum Vergleich, wir hätten dann im kleinen Deutschland, ein Drittel der Polizeibeamten der großen USA – die bei etwa 1,2 Millionen liegen.

Jetzt müssen wir um den Faden weiter zu spinnen, natürlich die Ausbildungsdauer berücksichtigen.

Aktuell stellen die Länder wie verrückt neue Anwärter ein.
Wenn wir also tatsächlich davon ausgehen würden, dass die Ländern nur für diesen Zweck rund 1000 Beamte pro Jahr neu einstellen würden, so bräuchten sie bereits – ja ne is klar – 161 Jahre.

Also müssten sie nur allein für diesen Zweck viel, viel mehr einstellen, wir wollen ja bald loslegen und die 200.000 kommen mindestens jedes Jahr. Da müssten wir also in gut und gerne 3-4 Jahren loslegen.
Die normale Ausbildungsdauer eines Polizeibeamten dauert 3,5 Jahre. Wir hätten dann also schon einen Rückstau von 800.000 Personen zuzüglich aller die bereits da sind.

Also müssten die Bundesländer nun massiv einstellen.

Der individuelle Einstellungsbedarf der Länder ist überschaubar: 161000 neue Beamte durch 16 Bundesländer.

Durch diese wunderbaren neuen Zentren werden also rund 250.000 neue Stellen geschaffen, davon allein 2/3 Beamtenstellen.

Viele neuen Bauaufträge und Einkäufe werden getätigt werden, die wahrscheinlich weitere rund 200.000 neue Stellen schaffen werden.

Insgesamt also werden rund eine halbe Million Menschen neue Beschäftigungsfelder erschließen können.


Mein alter Zeichenlehrer würde spätestens an dieser Stelle folgendes sagen:“ Das ist doch alles Mumpitz Junge – beschäftige dich mal mit ernsthaften Sachen“

…deshalb wünsche ich ihnen an dieser Stelle einfach einen schönen sonnigen Sonntag und beschäftige mich nicht länger mit Mumpitz.

 

LINKS:

https://www.mittelbayerische.de/politik-nachrichten/fluechtlinge-sind-obergrenzen-machbar-21771-art1326035.html
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/156792/umfrage/anzahl-der-polizisten-in-deutschland/
https://de.wikipedia.org/wiki/Polizei_(Vereinigte_Staaten)

 

 

 

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