Nach tödlichem Beißvorfall in Bad König: PETA fordert verpflichtenden Hundeführerschein für alle Hundehalter und Zuchtverbot für sogenannte Kampfhunderassen

 

 

Statement der Tierrechtsorganisation

 

American Staffordshire Terrier

Bad König / Stuttgart, 11. April 2018 – Am Montag tötete ein Staffordshire-Terrier-Mix in Bad König einen sieben Monate alten Säugling. Der Junge wurde von dem Tier in den Kopf gebissen und verstarb im Krankenhaus. Einem Medienbericht zufolge wurde der Hund in einem Tierheim untergebracht. Erst vergangene Woche starben die beiden Halter eines Staffordshire Terriers an den Verletzungen, die ihnen der Hund zugefügt hatte. Der dramatische Vorfall in Bad König feuert die Debatte um sogenannte Kampfhunde an, zu denen auch der beteiligte Hund zählt. Hierzu äußert sich Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei der Tierrechtsorganisation PETA:

„Jeder Hund, der falsch gehalten oder erzogen wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden.


In der Regel liegt das eigentliche Problem am anderen Ende der Leine, denn kein Hund ist von Natur aus aggressiv – auch sogenannte Kampfhunde nicht.


Leider werden Hunderassen wie Staffordshire Terrier und Pitbulls häufig aus Prestigegründen gekauft, mangelhaft gehalten oder sogar von ihren Haltern missbraucht und teilweise bei Hundekämpfen eingesetzt. Genau aus diesem Grund sind sie einem höheren Risiko für tragische Vorfälle ausgesetzt.

 

Hinzu kommt, dass Hundehalter oft überfordert sind. PETA fordert bundesweit die Einführung eines Hundeführerscheins – in Niedersachsen gibt es ihn schon – und spricht sich zudem für einen Zuchtstopp sogenannter Kampfhunde aus.

 

Wir möchten keinen Hund aus seiner gewohnten Umgebung reißen, doch solange die Tierheime, in denen jährlich 80.000 Hunde landen, überfüllt sind, ist die Eindämmung der Zucht für alle Hunderassen die effektivste Maßnahme gegen die Überpopulation.

Dies sollte in einem ersten Schritt vor allem für vermeintlich gefährliche ‚Rassen‘ gelten, da sie häufiger Opfer von falscher Haltung, Missbrauch oder Überforderung sind.“

 

 

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

 

 

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