Ein Roman für Geschichtsinteressierte und NordHessen und beides zusammen

 

 

Foto: Naile Gölbasi Fotorechte: Heyne Verlag

Die Frage, wer sich noch an das Jahr 774 erinnert ist schnell zu beantworten. Die Frage welche geschichtsträchtigen Ereignisse sich damals abgespielt haben, dürften auch nur wenige beantworten können.

Gerade unsere Heimat NordHessen und deren Menschen spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte.

Schließlich haben in unseren Breitengraden die Soldaten von keinem geringeren als Karl dem Großen gekämpft. Der Kampf richtete sich gegen die Menschen die hier siedelten und lebten.

Karl führte zu eben jener Zeit einen Kampf an zwei Fronten. Zum einen in Italien gegen die Langobarden und bei uns gegen die Sachsen.

Der Nordhessische Bereich war weitgehend das Land der Sachsen und damit der Heiden.

Die Heiden beteten damals Götter an wie Wodan, Donar oder Saxnoth. An einigen Stellen standen sogenannte Irminsul, die eine Art Lebensbaum darstellten und verehrt wurden. Dieser heidnische Glaube war Karl dem Großen ein Dorn im Auge, weshalb er die Heiden zum Christentum bekehren wollte, notfalls mit dem Schwert.

Er ließ daher die Irminsul niederreißen.

In der heutigen Buchbesprechung übernahm ein fränkischer Krieger namens ARNULF diese Aufgabe.

Die Person des Arnulf ist fiktiv –könnte aber genauso gelebt haben, wer weiß das schon?

Der große Widersacher dieses Heerführers war der heidnische Herzog Widukind. Dessen Existenz ist allerdings unbestritten. Es ist nicht genau bekannt, er soll aber vom Desenberg bei Warburg stammen.

Die Geschichte rankt sich um die Gefangennahme Arnulfs durch die Sachsen sowie dessen spektakulärer Flucht.

Dummerweise konnte er nicht allein flüchten, weshalb er sich den Zorn von Widukind und Herzog Botho nachhaltig einhandelte.  Arnulf verliebte sich in die Schwester des heidnischen Herzogs Widukind und diese sich in Arnulf.

In einer mehr als gewagten Aktion flüchteten die beiden in Richtung Fulda und wurden natürlich verfolgt.

Nachdem sich die Franken zunächst zurückziehen mussten verteidigten sie dann aber mit aller Macht ihre Glaubenswerte und drängten die Sachsen in einer gigantischen Schlacht zurück.

 

Wie es gefällt:

Ein packendes Drama aus der Zeit der Sachsenkriege.

Wer geschichtsinteressiert ist und gerne liest, kommt gar nicht an diesem Buch vorbei.

Wer nicht geschichtsinteressiert ist, sollte das Buch trotzdem lesen, denn die Geschichte Arnulfs ist sehr spannend geschrieben.

Als Nebeneffekt lernt man einiges über die Geschichte der unserer Region.

Dem Historiker und Autor Robert Focken gelingt es Geschichtsunterricht mit einer spannenden Story zu paaren, dadurch macht Geschichtsunterricht in dieser Form viel Spaß.

 

Fazit:

Empfehlenswert und hoher Suchtfaktor auf die nächsten Folgen!

 

Der Autor:  

Der Autor Robert Focken wurde in Nordrhein-Westfalen geboren, genauer gesagt im benachbarten Höxter und wuchs in Holzminden auf, was auf der niedersächsischen Seite der Weser liegt.

Genau von dort zog auch Karl der Große mit seinem Kriegsheer ins Sachsenland.

Während seiner Bundeswehrzeit entdeckte er zum einen seine Liebe zum Schreiben und zum anderen seine Vorliebe für die Geschichte der Heimat und allgemein für geschichtliche Epochen. 

Er schrieb also regelmäßiger für lokale Zeitungen und machte sogar ein Volontariat bei einer Zeitung. Er studierte dann Mittelalterliche und Neuere Geschichte in Bonn. 

Doch sein Interesse an der Geschichte seiner Heimatregion blieb, und so verfasste er mit Arnulf. Die Axt der Hessen den ersten Teil einer Reihe, die in der Zeit Karl des Großen spielt.

Robert Focken lebt mit seiner Familie im Vordertaunus, der auch schön ist aber eben längst nicht so schön wie Ostwestfalen/Südniedersachen oder Nordhessen.

 

Arnulf – Das Schwert der Sachsen

Verlag: HEYNE
Erscheinungsjahr: 2017
ISBN: 3641214262, 9783641214265
Preis: Taschenbuch 9,99 Euro

 

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Das JAHR 772


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