Kolumne „wer wischt das Blut weg“ – Ausgabe 8

Wenn ich so auf meine Kindheit zurückblicke, so habe ich einige Präsente von netten Menschen entgegennehmen dürfen. Dies lag nicht nur daran, dass Weihnachten und Geburtstag bei mir auf denselben Tag fallen. So schön es auch ist, beschenkt zu werden, so habe ich auch sehr viele tolle Erinnerungen an Momente, in denen ich der Geber war.

Finde es genauso schön zu schenken, wie beschenkt zu werden. Der Unterschied: Beim Geben sagt man Bitte und beim Nehmen halt Danke. So habe ich es zumindest gelernt.

In München scheint das etwas anders gelagert zu sein. Zumindest dann, wenn man Funktionär des FC Bayern München ist. Unser allseits gehasster Verein aus dem Süden der Republik scheint nichts lieber zu tun, als der nationalen Konkurrenz die besten Spieler abzuwerben. Leider ist man durch die Euros aus den Häusern Adidas, Audi und Allianz dazu problemlos in der Lage.

Einem jungen Spieler wie dem Schalker Leon Goretzka ein Handgeld von 20 Mio. neben einem Topgehalt zu zahlen und ablösefrei zu verpflichten, mag ein kluger Schachzug der Bayern sein. Handelt es sich doch bei Goretzka um den wohl besten deutschen Jungnationalspieler neben Kimmich und Sane.

So verliert der FC Schalke 04 mal wieder seinen besten Spieler, dessen Marktwert aktuell bei ca. 50 Mio. liegen dürfte, für lau. So ist das Geschäft. Auch Dortmund, Schalke, Leverkusen oder Gladbach bedienen sich bei kleineren Vereinen und haben keinen Grund zum Jammern.

Dass sich aber der Karl-Heinz Rummenigge hinstellt und die Ansicht vertritt, dass man als Schalker „Danke“ zu sagen habe, weil Goretzka schließlich in der Liga bleibt und nicht ins Ausland wechselt, ist an Arroganz und Unverschämtheit nicht zu überbieten.Mich veranlasst dies, ab sofort in jeder Ausgabe dieser Kolumne einen „Hass-Award“ zu verleihen. Und der Erste geht hiermit an den Münchener Vorstandsvorsitzenden. Den hast du Penner dir redlich verdient!

Probleme ganz anderer Art haben die Vereine im Tabellenkeller. Während es in Köln weitgehend ruhig ist und man sich ohne jegliche Hektik in Richtung Zweitklassigkeit spielt, weht im Norden ein ganz anderer Wind.

Ein einst so stolzer Verein wie der HSV bietet ein Bild des Schreckens. Eine meiner favorisierten Bands aus der Stadt an der Elbe, welche dem FC St. Pauli sehr nahe steht,
hatte mal einen tollen Song mit dem Titel „Alle gegen Alle“. Und das scheint Programm beim Bundesliga-Dino zu sein.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass dem HSV ein ähnliches Schicksal wie dem 1. FC Kaiserslautern oder 1860 München droht. Eine zerstrittene Mannschaft und Fans, die den Spielern drohen. Dazu ein Trainer, der keines seiner Spiele gewonnen hat und einen Investor Kühne, der sich mehr und mehr als Problem darstellt. Gute Nacht HSV, da war’s für euch! Für die treuen Fans tut es mir leid.

Spannend wird der Kampf um den Relegationsplatz, bei dem ich hoffe, dass sich der VfL Wolfsburg hierfür qualifiziert. Im allerbesten Fall bekommt der VfL den Todesstoß vom FC St. Pauli. Wer braucht diesen unsympathischen, mit VW-Geldern vollgepumpten Werksclub in der Liga? Ich sicherlich nicht. Da lob ich mir doch die gute Arbeit mit bescheidenen Mitteln in Freiburg oder Mainz.

Ganz besonders dramatisch wird es im Kampf um die internationalen Startplätze. Glaube nicht, dass es in Augsburg oder Hoffenheim noch für die Euro-League reicht, obwohl auch dort gut gearbeitet wird. Die Borussia aus Mönchengladbach ist schwer erkrankt. Spezialisten diagnostizieren die Krankheit mit dem Begriff „Tor-Armut“. Andere glauben, dass die Symptome auf „Hecking“ schließen lassen.

Qualifizieren wird sich hingegen die Eintracht aus Frankfurt. Sicherlich die Überraschung der Saison. Ob es dann die EL oder CL sein wird, wird sich zeigen. Die Südhessen sind auch noch im Halbfinale des DFB-Pokals vertreten und werden im „Tempel der Glückseligkeit“ zu Gelsenkirchen gebührend aus dem Wettbewerb verabschiedet.

Und da ich meine Zeilen heute mit meinem Verein, dem FC Schalke 04 begonnen habe, will ich sie auch damit beenden. Der größte Gewinner der gesamten Saison sitzt auf der Schalker Trainerbank und heißt Domenico Tedesco. Wie die Spieler selbst sagen und für jeden Fan ersichtlich, er macht jeden Einzelnen besser. Darüber hinaus ist er überaus sympathisch, spricht fünf Sprachen fließend und ist ein absoluter Teamplayer. In spätestens 2 Jahren wird sich nahezu jeder große Club in Europa um ihn reißen. Ich könnte Euch jetzt mitteilen, wer uns den geschickt hat, tue ich aber nicht. Denn dann bekomme ich wieder Ärger mit meiner Frau….

In diesem Sinne, nicht vergessen… Die beste Kondition auf dem Platz hat der Ball!

Deep Blue

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