Japanische Kampfkunst

 

 

Wenn man an Japan denkt, kommen einem sofort Kirschblüten, Geishas, Manga und Kampfsport in den Sinn. Die Kultur Japans ist sehr vielschichtig. So findet man in den Städten, die meist hektisch sind, ruhige Zen-Gärten die einen Innehalten lassen. Auch ist die traditionelle Kampfkunst sehr stark vertreten. Wir stellen Ihnen die unterschiedlichen Kampfkünste vor.

Teil 1: Iaido, den Weg des Schwert ziehens.

Japanische Kampfkunst: Iaido

Kampfkünste haben in Japan eine sehr lange Tradition. Viele Japaner üben diese wegen der sportlichen und meditativen Ebeneaus. Kämpfen war früher ein Privileg der japanischen Krieger. Heute sind diese Krieger als legendäre Samurai bekannt. Die Samurai lebten nach einem strengen Ehrenkodex, dem Weg des Kriegers. In diesem Kodex sind sieben Tugendenden niedergeschrieben: Ehre, Loyalität, Mut, Wohlwollen, Gerechtigkeit, Wahrheit und Höflichkeit.
Die Samurai waren vor allem für ihre Künste mit dem Schwert bekannt und das Samurai Schwert gilt noch heute als eins der besten Schwerter seiner Zeit. Das Schwert ist die Seele eines Samurai. Im 17 Jahrhundert wurde die Ordnung der Samurai endgültig verboten und so entwickelten sich Japans Kampfkünste. Hierzu gehört auch Iaido, der Weg das Schwert zu ziehen.

Iaido in Japan

Was in Japan früher ein Training für die Samurai war um das Schwert in der Schlacht oder im Duell gekonnt zu ziehen und als Waffe einzusetzen wandelte sich im 16. Jahrhundert immer mehr zu einer erzieherischen Maßnahme um Körper und Geist zu einen und die Kontrolle über sich selbst zu erhalten. Begründet wird dies auf Hayashizaki Jinsuke Minamoto Shigenobu, welcher nach Überlieferungen mit 25 Jahren am Schrein in Oshu 100 Tage meditiert und gebetet haben soll. In diesem Zeitraum hatte er mehrere Visionen und entwickelte daraus eine Reihe von Schwerttechniken die er Batto-Jutsu nannte. Seine Schule bezeichnete er selbst als Shimmei Muso Ryu. Durch dieses Ereignis, welches sich auf den Traditionen Japans begründet, wurde der Wandel vollzogen und es entstanden die ersten Iaido Schulen. In der Präfektur Yamagata wird er als Shinto Gott verehrt.

Die Organisation

Iaido ist durch seine Bedeutung in Japan ebenso wie andere Kampfsportkünste in Verbänden organisiert. So ist es auch mit den ganzen Iaido Schulen in Japan und Europa. Organisiert sind diese im Nihon Iaido Renmei. Dieser Dachverband untergliedert sich in einzelne Landesverbände (Chiku Renmei) und diese wiederrum in Reginonalverbände (Shibu).

Die Europäischen Shibus sind im Shikoku Renmei eingeordnet. Bei Wettkämpfen tritt ein Iaidoka für den Landesverband Shikoku an. Europäischen Iaidoka ist somit auch der Zutritt zu den traditionellen Turnieren in Japan gewährt. Es ist eine Ehre, wenn man bei einem solchen Turnier mitwirken darf. Mit ausreichendem Training und einer spirituellen Hingabe erreichen auch Europäische Kämpfer Ruhm und Ehre und gewinnen Turniere. So auch Patrick Fehr aus Kassel, Sensei im Honbu Dojo, 8. Dan Kyoshi. Er gewann vier Mal die Landesmeisterschaft und zwei Mal die Bundesmeisterschaft in Osaka in seiner Graduierung

Die Bedeutung

Was bedeutet Iaido eigentlich übersetzt? „Iaido“ besteht aus zwei Silben, Iai und do. Iai besteht aus I (ru) und ai (au). Im japanischen bedeuten sie Harmonie. Die zweite Silbe, do bedeutet „Weg“ Zusammengefasst ist somit Iaido der harmonische Weg der die persönliche Entwicklung und die Ausbildung umschreibt. Das do ist der Mittelpunkt des Trainings. Es steht immer für das Üben einer bestimmten Fertigkeit bis zur Perfektion, welche erst durch spirituelle Aspekte erreicht werden kann. Saya no uchi no kachi saya ist die Perfektion die erreicht werden soll. Es bedeutet das man siegt ohne das Schwert zu ziehen

Das Training

Patrick Fehr, 8.Dan Kyoshi

Das Training der japanischen Kampf Künste wird in einem Dojo gehalten. Eine Trainingseinrichtung die in Übungshallen durchgeführt wird die im traditionellen Stil eingerichtet sind. „Die Trainingskleidung ist eine Hakama, ein weiter Hosenrock, ein Gi und ein Obi, der zur Befestigung der Waffe notwendig ist. Die Farben der Trainingsbekleidung sollten allerdings in dunkeln Farben gehalten sein. Weiß steht dem Großmeister zu und darf daher nicht getragen werden. Zu Beginn reicht aber auch bequeme Trainingsbekekleidung. Ebenso benötigt man ein Bokken, ein dem japanischen Schwert nachempfundenes Holzschwert

Das Training beinhaltet das erlernen der Bewegungen, den sogenannten Katas. Eine Kata bestimmt den Bewegungsablauf der einem realen Kampf nachempfunden ist. Jede der Katas beinhaltet vier Elemente, Schwert ziehen, Schnitt, Schwert reinigen, Schwert wegstecken. Das Besondere am Iaido ist, dass man die Übungen ohne Gegner ausführt. „Man trainiert für sich allein ohne Kontakt. Fehler die man macht, entstehen nur durch einen selbst. „Beim Training sind negative Gedanken und naive Vorstellungen ein Hindernis. Der Geist muss frei sein und sich nur auf den Ablauf konzentrieren“ Somit wird wieder verdeutlicht, dass die spirituellen Aspekte immer wichtig sind. Iaido trainiert somit immer den Geist, den Körper, das Handeln und Denken. Der traditionelle Weg der Samurai lebt im Iaido weiter und ehrt diese Krieger aus lang vergangener Zeit.

Quelle:

Interview mit Patrick Fehr

http://www.eishin-ryu.de/de/dojo

http://snf.sengi.net/?eid=998939

 

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