Endlich Erzieherin: Quereinstieg mit 37 Jahren geglückt – Oksana Yerschovas Erfolgsgeschichte

 

 

Keine leichte Situation, mit der sich Oksana Yerschova konfrontiert sah: die 37-Jährige stammt aus der Ukraine. Sie kommt Ende 2004 nach Deutschland. Ihre Sprachkenntnisse hat sie im Jahr zuvor als Au-pair in Deutschland sehr verbessert. Sie macht einen Sprachkurs, absolviert eine Ausbildung zur Restaurant-Fachfrau und arbeitet in diesem Beruf. Dann bekommt sie ein Kind und steht als alleinerziehende Mutter vor dem Problem, dass sich die Schicht-Arbeit in der Gastronomie nicht mit der Betreuung eines kleinen Kindes vereinbaren lässt. Ihr Berater im Jobcenter Stadt Kassel empfiehlt ihr eine Ausbildung zur Erzieherin. Und damit lag er goldrichtig.

 

„Ich habe mich für die Ausbildung in Vollzeit entschieden“, sagt Oksana Yerschova. „Das war schwierig, weil ich nur abends lernen konnte, wenn mein Sohn geschlafen hat. Und ich musste so viel schreiben, in Deutsch, und viele pädagogische Fachausdrücke lernen.“

 

„Ihr müsst jemanden suchen, der auch ein großes Herz hat

 

Ihre Motivation war riesig. Dazu kam die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten: Über das Jugendamt wurde die notwendige Ganztagsbetreuung für ihren Sohn organisiert. Die Kommunale Arbeitsförderung half im Auftrag des Jobcenters ebenfalls und über die Stadt Kassel lief die Ausbildung in einer Kita. Oksana Yerschowa legte ihre Prüfung mit einem prima Ergebnis ab und hat sofort einen sicheren Arbeitsplatz gefunden. Sabine Hübsch, Leiterin der Kita Brückenhof, erinnert sich: „Ich war gerade auf der Suche nach einer Integrationskraft für ein Kind mit Behinderung, das eine Eins-zu-eins-Betreuung  braucht. Der Vater hatte gesagt: Ihr müsst jemanden suchen, der auch ein großes Herz hat.“ Als sie Oksana Yerschova gegenüber saß, war sie sich schnell sicher: „Das ist die Richtige.“ 

 

Sozialdezernentin Ilona Friedrich  freut sich über den gemeinsamen Erfolg: „Frau Yerschova ist ein positives Beispiel für all jene Frauen, die sich in ähnlichen Situationen aufmachen und ihr Leben in die Hand nehmen. Ihre Geschichte zeigt, dass es für viele Menschen, die zu uns kommen, aussichtsreiche Berufschancen gibt.“

 

Erzieherinnen und Erzieher werden gesucht

 

Christian Nübling, Geschäftsführer im Jobcenter Stadt Kassel, betont: „Wenn sich Lebensumstände ändern, ist es wichtig, nicht den Mut zu verlieren, sondern seinen Weg weiter zu gehen. Dabei helfen wir im Jobcenter gern. Es gibt sehr viele unterstützende Instrumente, um im Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.“

 

Die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher wird im Jobcenter Stadt Kassel gut genutzt. In diesem Jahr haben zehn Menschen mit der Ausbildung begonnen, sieben Frau und drei Männer. Sie werden voraussichtlich in 2019 beziehungsweise 2020 ihre Ausbildung abschließen. Fünf haben sich für die Vollzeitausbildung entschieden. Sie dauert 23 Monate mit rund 32 Wochenstunden. Fünf machen die Ausbildung in Teilzeit. Sie dauert 3 Jahre mit rund 21 Stunden pro Woche.

 

Fest steht, so Christian Nübling: „Wenn eine Frau oder ein Mann für diese wichtige Arbeit mit Kindern geeignet ist und zur Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher ‚ja‘ sagt, stehen die Chancen gut, eine sichere Stelle zu finden.“

 

Jobcenter Stadt Kassel

 

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