Nicht an der falschen Stelle sparen

 

Mit zunehmendem Alter wird vielfach bei Inspektionsterminen geschlampt. „Doch auf diese Weise zu sparen, kann sich rasch als ein Schuss entpuppen, der nach hinten losgeht“, warnt Patrick Pöppl von TÜV SÜD in München. Kommt es beispielsweise zu einem Zahnriemendefekt – und dieses Bauteil muss je nach Hersteller etwa alle 90.000 bis 150.000 Kilometer ausgetauscht werden – riskiert man womöglich einen Motortotalschaden. „Dann wird es noch einmal deutlich kostspieliger als bei einem Riemenaustausch“, gibt der TÜV SÜD-Fachmann zu bedenken und erläutert die Technik: „Der Zahnriemen ist für einen präzisen Verbrennungsvorgang im Motor unerlässlich. Er wird von der Kurbelwelle angetrieben und treibt seinerseits die Nockenwelle an. Sie wiederum steuert die Ventile.“

Von einem Wechsel in Eigenregie rät er ab. Passieren hierbei Fehler, kommt es möglicherweise direkt nach dem Neustart des Fahrzeugs zu einem kapitalen Motorschaden. „Daher empfiehlt sich das eigenständige Auswechseln nur für sehr versierte und erfahrene Schrauber“, warnt Pöppl. Zudem sind für die Arbeiten bei nahezu jedem Motor Spezialwerkzeuge erforderlich.

Grundsätzlich ist jenseits der Inspektionsintervalle eine Sichtprüfung etwa alle 30.000 Kilometer empfehlenswert, vor allem bei Fahrzeugen, die nur eine geringe Jahresfahrleistung aufweisen. „Der Riemen kann auch bei geringer Einsatzzeit porös werden“, schildert der TÜV SÜD-Fachmann seine Erfahrungen: „Als Faustegel gilt, dass nach etwa sechs Jahren ein erster Wechsel vorgenommen werden sollte.“ Die exakten zeitlichen Vorgaben variieren von Motortyp zu Motortyp.

 

Bei einem Wechsel müssen zudem die entsprechenden Spann- und Umlenkrollen ausgetauscht. Diese sorgen dafür, dass der Zahnriemen korrekt geführt wird und die richtige Spannung besitzt. Vor allem bei älteren Fahrzeugen wird vielfach über den Zahnriemen auch die Wasserpumpe angetrieben. Dann ist ein Austausch dieses Bauteils überlegenswert. Bei modernen Motoren werden die Wasserpumpe wie auch die Lichtmaschine separat über den Keilrippenriemen angetrieben.

Für einen Wechsel des Zahnriemens schwanken der Aufwand und Kosten je nach Modell, Motor und Baujahr ganz enorm. In manchen Fällen muss sogar der Motor aus- und eingebaut werden.

„Es ist in jedem Fall ratsam, sich vor den Arbeiten mehrere Kostenvoranschläge von verschiedenen Werkstätten für das Fahrzeug einzuholen“, empfiehlt Pöppl und „bei einem Gebrauchtwagenkauf ist es wichtig, sich nach erfolgten Zahnriemenwechsel entsprechend der Laufleistung zu erkundigen.“ Im besten Fall kann der Verkäufer entsprechende Werkstattbelege präsentieren.

TÜV SÜD

 

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