Lichtblick(e) des Fußballs – Wer wischt das Blut weg Teil VI

 

 

„Wir danken der Mannschaft, dass sie uns auch in dieser Saison so zahlreich hinterher gereist ist.“
Dieser Spruch gewann den Wettbewerb „Fußballsprüche 2017“ gegen namhafte Konkurrenz, auf die ich später noch kurz eingehen werde.
Der preisgekrönte Spruch stammt von den Fans des FC Schalke 04. Am 34. Spieltag der letzten, enttäuschenden Saison wurde ein Transparent von den Schalker Fans mit diesem Satz im Ingolstädter Stadion hochgehalten und das Schalker Team schmachvoll in die Sommerpause verabschiedet.
Großartig! Wenn schon das Team keinen Titel gewinnt, dann doch zumindest die Fans. Sind ja schließlich die besten in Deutschland; nee, in ganz Europa.

Ist natürlich klar, dass dort wo viel Licht, leider auch Schatten ist. Aus diesem Grund nehme ich einen Großteil der geschlossenen Schalker-Facebook-Gruppe „Nur echte Schalker – kontrovers aber fair“ von meinem Fan-Lob ausdrücklich aus.

Habe Euer Treiben jetzt einige Wochen verfolgt und muss Euch leider mitteilen, dass die Jammerei und der Hass auf unseren Manager einfach nur nervt. Ihr seid ein erbärmlicher Haufen und solltet Euch schämen!

Think positive!

 

 

Ein alter, 72jähriger Mann namens Jupp Heynckes, brachte den Erfolg zurück nach München.

Gefällt mir das? Ist Bayern München für mich das kleinere Übel als Borussia Dortmund oder gar RB Leipzig?

Das ist eine schwere Frage, deren Beantwortung mir fast so schwerfällt wie die Frage, wen oder was ich schlimmer finde: Andrea Berg oder Helene Fischer, Pest oder Cholera.
Für Bayern spricht, dass sie einige Spieler in ihren Reihen haben, die ich einfach mag und gerne spielen sehe. Zu allererst meinen Lieblingsspieler, unseren ehemaligen Schalker Torwarthelden Manuel Neuer.

 

Thiago Alcantara spielen zu sehen, ist ein Fest für jeden Fußballfan. Die Leidenschaft und den Willen des „kleinen Kriegers“ Arturo Vidal ebenso. Und Joshua Kimmich wird die nächsten Jahre jeden deutschen Fußballfan ebenso begeistern wie der Schalker Leon Goretzka, der Ex-Schalker Leroy Sane oder der Leipziger Timo Werner.
Für den BVB spricht das ausgesprochen gute Scouting junger, hochtalentierter Spieler, das Stadion und die Reihe an tollen Spielern wie Pulisic, Isak, Sancho oder Larsen, die bis auf Erstgenannten noch gänzlich unbekannt sind. Und im Gegensatz zu den Vereinen aus Bayern oder Sachsen verfügt Dortmund zumindest über eine gute Fanlandschaft. Dafür hat man aber im Gegensatz zu den Bayern anscheinend ein Torwartproblem…
…und RB Leipzig? Na ja, unter Financial Fairplay stelle ich mir etwas anderes vor. Scheint aber eine Entwicklung im Profifußball zu sein, die sich nicht mehr aufhalten lässt. Aber selbst dieser Retortenverein hat eine Person, die ich sehr mag. Ralf Rangnick! Meines Erachtens der innovativste und schlauste Funktionär im deutschen Fußball. Ob in Ulm, Hoffenheim oder Leipzig…wo Rangnick tätig ist, ist Erfolg. Selbst mein Verein aus Gelsenkirchen hat nie zuvor oder danach schöneren Fußball gespielt als unter dem Trainer Rangnick.
Unter’m Strich komme ich aber natürlich zu dem Fazit: Ich gönne weder Bayern, noch Dortmund oder Leipzig sportlichen Erfolg.

Würde neben meinen Schalkern viel lieber Vereine wie Borussia Mönchengladbach, den 1. FC Köln, Werder Bremen oder Eintracht Frankfurt mal ganz oben sehen. Das ist natürlich Utopie. Besonders für die Kölner brechen ganz andere Zeiten an. Auch das hatte ich bereits vor einigen Monaten hier prognostiziert.

Vereine wie Köln, Freiburg, Hertha oder Hoffenheim bekommen durch die Zusatzbelastung Euro-League in der Bundesliga Probleme. Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Nicht nur, dass die von den Spitzenvereinen mühsam gesammelten Punkte für die UEFA 5-Jahres-Wertung verzockt wurden, nein, am Geißbockheim droht das totale Fiasko. Der Abstieg in die 2. Bundesliga.
Und sollten dann noch der HSV und Werder Bremen folgen, werden die Experten mal wieder von der besten und hochkarätigsten 2. Liga aller Zeiten reden.

 

Ein Verein wird dann erfreulicherweise seine Berechtigung selbst für die Zweitklassigkeit verloren haben. Der für mich schlimmste Verein von allen. Schlimmer und verabscheuenswürdiger als jeder andere Club im deutschen Fußball.
Der einzige Verein, dessen Stadion ich seit meiner Jugend meide. Da helfen weder Freikarten noch sonstige Anreize.
Ein Verein, bei dem man schon auf dem Weg zum Stadion als Gäste-Fan von Rentnern bespuckt wird. Ein Verein, der solch skurrile Gestalten wie Gerry Ehrmann oder Harry Koch hervorgebracht hat. Ein Verein, der im bzw. am Stadion Pferdewurst verkauft. Ein Verein, bei dem vermutlich alle Fans in irgendeiner Form verwandt sind. Wie erfreulich, dass ich Deinen Untergang noch erleben darf, 1. FC Kaiserslautern!
Bei den Fußballsprüchen des Jahres gab es übrigens noch folgende Highlights:
„Ich habe einfach nicht nachgedacht. So wie ich immer nicht nachdenke“ (Julian Pollersbeck, U21 Keeper nach seinen zwei gehaltenen Strafstößen im Halbfinale der U21 EM gegen England).
„Ein Bauer muss sich auch mal von seinen Kühen und Schweinen trennen“ (Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann nach dem Wechsel seiner Spieler Rudy und Süle zum FC Bayern).
So, meine lieben Leserinnen und Leser: Dies war mein sechster und vorerst letzter Beitrag an dieser Stelle.

Mein ganz besonderer Dank gilt dem Herausgeber des Nordhessen-Journals, Christian Bültemann sowie meinem Werbepartner Peter Buchenau von Lichtblick SE (der beste, ökologischste und fairste deutsche Stromanbieter).
Ob es mit dieser Kolumne an diesem Ort weitergeht, wird die Zukunft zeigen.

Ganz sicher könnt Ihr aber weitere Beiträge von mir und Anderen zu verschiedenen Themen auf der Website www.wer-wischt-das-blut-weg.de lesen.
In diesem Sinne, nicht vergessen: Die beste Kondition auf dem Platz hat der Ball!
Deep Blue

 

 

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