Hubertustag: TASSO e.V. kritisiert Legendenmissbrauch durch Jäger

 

 

Sulzbach/Ts., 30. Oktober 2017 – Am Hubertustag, dem 3. November, werden wieder landesweit Hubertusjagden und Hubertusmessen veranstaltet. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. kritisiert die Vereinnahmung des heiligen Hubertus und den damit einhergehenden Legendenmissbrauch durch die Jägerschaft.

Der Legende nach war Hubertus von Lüttich († 727 n. Chr.) ein leidenschaftlicher und ausschweifender Jäger, dem eines Tages im Wald ein weißer Hirsch mit einem leuchtenden Kruzifix im Geweih erschien. Er erkannte fortan in den Tieren Geschöpfe Gottes, schwor der Jagd ab und ließ sich zum Priester weihen.

„Die Ernennung des heiligen Hubertus zum Schutzpatron der Jäger und das Töten von Tieren in seinem Namen ist eine perfide Verdrehung der Hubertuslegende. Dieser Legendenmissbrauch durch Jäger, der auch durch die Kirche unterstützt wird, muss endlich ein Ende haben. Hubertusjagden und Hubertusmessen gehören abgeschafft“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO.

Die Tierschützer weisen weiter darauf hin, dass viele Tiere heutzutage bei der Jagd getötet würden, ohne sie anschließend einer Verwertung zuzuführen und es immer wieder vorkommt, dass Tiere nur angeschossen werden und sich dann über einen Zeitraum von Stunden oder gar Tagen zu Tode quälen müssen. „Das alles kann ganz bestimmt nicht im Sinne des heiligen Hubertus sein“, betont Mike Ruckelshaus.

Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. nimmt den Hubertustag daher auch zum Anlass, um grundlegende Reformen im Jagdrecht einzufordern. „Die Jagdgesetzgebung muss den Belangen des Tier- und Naturschutzes angepasst werden und dem im Grundgesetz verankerten Staatsziel Tierschutz Rechnung tragen“, fordert Mike Ruckelshaus. Tierschutzwidrige Jagdpraktiken, wie beispielsweise die Fallenjagd, die Baujagd, die Beizjagd, die Jagdhundeausbildung an lebenden Füchsen und Enten sowie der Abschuss von Hunden und Katzen müssen endlich verboten werden.

 

TASSO e.V.

 

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