Ergotherapie bei Demenzerkrankung

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Wie wir bereits in unserem Mai Artikel am 12.05. angekündigt haben, folgt nun hier in unserem Juniartikel ein Bericht über Demenz und wie man diese mit Hilfe von Ergotherapie behandeln kann.

Die häufigsten Demenzerkrankungen sind die Alzheimer und die vaskuläre Demenz!

Bei der Alzheimer Erkrankung lagern sich Eiweiße im Gehirn ab, wodurch die Kommunikation der Hirnzellen gestört wird und sie schließlich absterben.Die Krankheitssymptome treten meist nach dem 65. Lebensjahr auf und zeigen sich in drei Stadien:

1. Frühes Stadium

Die Betroffenen haben Schwierigkeiten mit dem Kurzzeitgedächtnis. Einige Beispiele dafür sind, sie verlegen Gegenstände, vergessen, was sie einkaufen wollten, können sich räumlich und zeitlich nicht mehr so gut orientieren oder verlieren bei einem Gespräch den Faden. Die Menschen merken, dass mit ihnen etwas nicht stimmt und ziehen sich oft aus ihren sozialen Kontakten zurück, weil sie verunsichert sind und es ihnen peinlich vor anderen Leuten ist, dass sie so vergesslich sind.

Gerade ihn diesem Stadium ist es aber so wichtig, dass die Betroffenen sich Hilfe holen, um den Krankheitsverlauf so lange wie möglich hinauszuzögern.

Die Ergotherapeuten können den Erkrankten helfen, ihre Alltagskompetenz zu erhalten, in dem mit den Patienten Tricks und Hilfsmittel zur zeitlichen und räumlichen Orientierung erarbeiten, die Gedächtnisleistung aktiv halten durch Stimulierung des Langzeitgedächtnisses, durch Förderung der Kommunikation, sie in der Ausübung der Alltagstätigkeiten, wie z.B. Einkaufen, Kochen und Ausübung ihrer Hobbys unterstützen. Oft ist es den Menschen auch sehr hilfreich, neben der eigentlichen Therapie mit einem Außenstehenden über ihre Ängste und Probleme zu sprechen.


2.Mittleres Stadium

In diesem Stadium wird die Krankheit offensichtlich und es ist nicht nur das Kurzzeitgedächtnis betroffenen sondern auch das Langzeitgedächtnis. Die Betroffenen wissen z. B. dann nicht mehr, ob sie verheiratet sind und erkennen auch ihre nächsten Angehörigen nicht mehr, sie können sich nicht mehr in ihrer eigenen Wohnung orientieren und glauben sich manchmal in einer anderen Zeit und glauben beispielsweise, sie müssen ihre Kinder vom Kindergarten abholen.

Diese Hilflosigkeit und Desorientierung verursacht oft Angst, Aggressionen und Unruhe. Die Betroffenen sind dann auf ständige Betreuung angewiesen.

In diesem Stadium sollten die Ergotherapeuten den Patienten eine sichere und beruhigende Atmosphäre schaffen, ihnen zu Erfolgserlebnissen verhelfen, z. B. durch einfache Alltags- oder gestalterische Tätigkeiten und viel Erinnerungsarbeit mit ihnen machen, damit die Persönlichkeit möglichst lange erhalten bleibt.

 

 

 

Besonders wichtig sind auch die Gespräche mit den Angehörigen, die meist sehr unter dem Betreuungsaufwand, dem Verlust der Persönlichkeit eines nahestehenden Menschen und der Entscheidung „Unterbringung in einem Seniorenheim ja oder nein“ leiden. Die Therapie findet in diesem Stadium meist schon als Hausbesuch statt.


3. Spätes Stadium

In diesem Endstadium verschlechtert sich auch der körperliche Zustand sehr, meist werden die Betroffenen immobil, verlernen das Sprechen, können nicht mehr selbständig essen oder die Toilette benutzen.

Die Ergotherapeuten können bei den Patienten dafür sorgen, dass diese über Musik, Duft- und Geschmacksaromen und Hautreize noch viele positive Erfahrungen machen.

Die vaskuläre Demenz wird durch Durchblutungsstörungen verursacht. Sie kann plötzlich z. B. durch einen Schlaganfall ausgelöst werden, wird aber weitaus häufiger durch eine langsame Schädigung der Blutbahnen hervorgerufen.

Das Fortschreiten der Krankheit ist sehr unterschiedlich. Bei einigen Betroffenen stellen sich nur leichte Störungen ein und sie bleiben selbständig, bei anderen sind die Symptome schwerwiegender und die Krankheit schreitet schneller voran.

Die Symptome sind denen bei der Alzheimer-Erkrankung ähnlich, aber im Gegensatz zur Alzheimer-Demenz bleiben die Gedächtnisleistungen länger erhalten.

Die Aufgabe der Ergotherapeuten ist auch hier den Patienten zu helfen, solange wie möglich selbständig zu bleiben, die Persönlichkeit zu erhalten und die Lebensqualität zu steigern.


Die Verordnungen für Ergotherapie werden meist vom Hausarzt oder dem Neurologen, der die Erkrankung feststellt, ausgeschrieben. Es kann aber auch jeder andere Arzt eine Verordnung ausstellen.

Nach einem langen Leben, in dem man sein Bestes getan und vielen Menschen geholfen hat, sollte man auch für sich das Beste verlangen und Hilfe annehmen.

In der nächsten Ausgabe geht es um Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen/ sensomotorische Integrationsstörungen.

 

 

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