Ermittlungserfolg der „AG Carin“ nach Serie von Auto-Aufbrüchen: Zwei Banden für rund 90 Straftaten verantwortlich

 

 

BMWNachdem es in Nordhessen in den vergangenen Monaten zu einem deutlichen Anstieg von Auto-Aufbrüchen, insbesondere in Fahrzeuge des Herstellers BMW, mit der Zielrichtung festeingebauter Fahrzeugteile kam, wurde bereits im Frühjahr dieses Jahres bei der Polizeidirektion Kassel die „Arbeitsgruppe Carin“ eingerichtet. Nach umfangreichen und intensiven Ermittlungen ist des den Beamten gelungen, zwei voneinander unabhängig agierende Banden zu ermitteln, die sie für insgesamt rund 90 Straftaten in Nordhessen und Südniedersachen, darunter etwa 70 Auto-Aufbrüche mit rund 500.000 Euro Gesamtschaden sowie drei Fahrzeugdiebstähle in 2015, verantwortlich machen.

Quartett aus Kassel ermittelt

Vier in Kassel wohnende Männer im Alter von 18, 19, 22 und 25 Jahren sind nach den Ermittlungen der AG Carin neben mehreren Fahrzeugaufbrüchen auch für drei Diebstähle hochwertiger BMW in Stadt und Landkreis Kassel in 2015 sowie einen weiteren versuchten BMW-Diebstahl im selben Jahr verantwortlich. Dabei hatten die Tatverdächtigen die gestohlenen Wagen offenbar noch in der Region „zerlegt“ und die einzelnen Teile anschließend, überwiegend über das Internet, veräußert. Bei der Durchsuchung einer Scheune in Kaufungen Ende März dieses Jahres fanden die Ermittler Teile eines der drei gestohlenen Fahrzeuge, einem Ende April 2015 in Söhrewald-Wellerode gestohlenen BMW M3. Die Ermittlungen gegen die vier Tatverdächtigen dauern derzeit an.

Litauische Bande für Vielzahl von BMW-Aufbrüchen verantwortlich

Nach der Festnahme zweier litauischer Männer im Alter von 19 und 29 Jahren nach dem Diebstahl von Werkzeug aus einem Baumarkt an der Kohlenstraße in Kassel Anfang April ergaben sich den Ermittlern konkrete Hinweise darauf, dass es sich bei diesen um professionell agierende Auto-Aufbrecher handeln könnte. (Beachten sie zu der Festnahme bitte auch unsere über OTS am 7. April 2017 um 13:17 Uhr veröffentlichte Pressemitteilung). Der Diebstahl im Baumarkt diente offenbar zur Beschaffung neuen Aufbruchswerkzeugs. Auf Antrag der Kasseler Staatsanwaltschaft waren beide Männer bereits aufgrund dieser Tat wegen Fluchtgefahr einem Haftrichter vorgeführt worden, der die Untersuchungshaft gegen sie angeordnet hatte. Wie die darauffolgenden konzentrierten Ermittlungen der AG Carin ergaben, waren die beiden in Haft sitzenden Tatverdächtigen, gemeinsam mit einem 33-jährigen Litauer, von einer Wohnung im Landkreis Kassel offenbar regelmäßig zur späten Nachtzeit zu Auto-Aufbrüchen in Nordhessen und Südniedersachsen aufgebrochen und hatten zielgerichtet aus BMW-Fahrzeugen die Navigationsgeräte, Lenkräder und andere fest verbaute Fahrzeugteile fachmännisch ausgebaut und entwendet.

Aus ihrer Wohnung erfolgte anschließend auch der Versand der Teile ins Ausland.

In den Vernehmungen der Festgenommenen stellte sich heraus, dass sich die Tatverdächtigen zuvor in ihrem Heimatland für die Begehung dieser Auto-Aufbrüche spezialisiert hatten und bei den Taten äußert professionell vorgingen.

Der 19- und der 29-Jährige befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft, die Ermittlungen gegen den 33-Jährigen dauern an.

Polizeipräsidium Nordhessen

Staatsanwaltschaft Kassel

 

 

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