Frankreich hat gewählt

 

FrankreichParis. Die Stichwahl zum französischen Präsidenten entschied am Sonntag Emmanuel Macron (39) für sich.

Vor dem Louvre in Paris trat der neugewählte Präsident Macron, mit der Machtfülle eines Kaisers ausgestattet, vor seine Wähler und Vertrauten.

Mit 2/3 der Stimmen hatte der parteilose Präsidentschaftskandidat deutlich seine Gegenspielerin Marine Le Pen hinter sich gelassen.

Der neu gewählte französische Präsident Emmanuel Macron hatte sich im Machtzentrum Frankreichs, in der Hauptstadt Paris, 90 Prozent fast alle möglichen Stimmen der Stimmen geholt.

Le Pen lag dagegen in zwei ihrer Hochburgen im Nordosten mit mehr als 50 Prozent vorne. Im Verwaltungsbezirk Pas-de-Calais kam Le Pen auf 52 Prozent, im ländlichen Departement Aisne nahe der Grenze zu Belgien lag Le Pen bei 52,9 Prozent.

Sehr gut schnitt sie unter anderem auch in den Ardennen und in großen Teilen Korsikas ab. Für Macron sind das dennoch sehr deutliche Mehrheitsverhältnisse. Wahr ist aber auch, das was die Wähler von Macron wirklich eint, das ist die Ablehnung und Verhinderung von Le Pen als Präsidentin. Ansonsten dürfte es Macron, der eine revolutionäre Umgestaltung Frankreichs ankündigte, sehr schwer haben. Das Land bleibt gespalten! Macron rief deshalb alle Franzosen, auch die Le Pen Wähler, zur Mitarbeit und Unterstützung auf.

Der europafreundlich gesinnte Macron löste in der EU eine spürbare Erleichterung aus. Ein weiter so in der EU soll es aber mit ihm nicht geben. Er möchte die EU voran bringen und will deshalb mehr zukunftsträchtige Investitionen in der Wirtschaft und Bildung. Er will einen EU Finanzminister installieren und ihn mit entsprechenden europäischen Mitteln ausstatten. Das durfte insbesondere dem deutschen Finanzminister missfallen.

Dem parteilosen Macron fehlt das was andere Präsidenten vor ihm auszeichnete, eine Partei, die unterstützend hinter ihm steht. Im Juni gibt es Parlamentswahlen, dann werden auch im französischen Parlament die Karten neu gemischt. Eine Le Pen betrachtet den gestrigen Wahlausgang als den größten Erfolg ihrer Bewegung. In Sichtweite der Parlamentswahlen will sie erneut kämpfen und den Front National zu stärksten politischen Kraft machen. (ws)

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