Steigende Anzahl der Schadensersatzklagen im LKW-Kartell

image_pdfimage_print

Köln, März 2017. Zum Thema LKW-Kartell hat sich in 2017 bereits viel Neues ergeben – seit Anfang des Jahres sind 18 weitere Klagen hinzugekommen. Die Kläger fordern hohe Summen an Schadensersatz von den beteiligten Herstellern. Markus Mingers, Rechtsanwalt und Inhaber der Kanzlei Mingers & Kreuzer in Köln, informiert über den aktuellen Stand im LKW-Kartell:

Schadensersatzforderungen gehen in die Millionen

Zum neuen Jahr steigt die Zahl der Klagen bezüglich des LKW-Kartells gegen die Hersteller an. „Anfang 2017 sprach man noch von sechs Schadensersatzforderungen – jetzt kommt man bereits auf 24“, weiß Markus Mingers. „Kläger seien hierbei große wie kleine Transportunternehmen sowie Kommunen. Das Land Berlin klage mit einem Streitwert von rund 1,2 Millionen Euro. Die Stadt Dortmund fordere den Ersatz des Schadens in Höhe von 150.000 €“, so Mingers weiter.

Die wichtigsten Antworten hinsichtlich des LKW-Kartells

Was versteht man unter dem LKW-Kartell und was ist diesbezüglich passiert?
LKW-Kartell ist der Zusammenschluss der LKW-Hersteller Volvo/Renault, Daimler, Iveco, DAF und MAN, die sich aufgrund illegaler Preisabsprachen einen wettbewerbswidrigen Vorteil im europäischen Markt verschafft haben. Im Zeitraum von 1997 bis 2011 soll das LKW-Kartell Bruttolistenpreise sowie den Zeitplan für die Einführung von Emissionssenkungstechnologien und die Weitergabe der dafür anfallenden Kosten koordiniert haben. Der Rechtsexperte erklärt: „Betroffen sind etwa 90 % der Lastkraftwagen, die auf dem EU-Markt verkauft, vermietet oder geleast wurden.“

Wie wurde darüber entschieden und was Geschädigte geltend machen können?

Geschädigte Kunden, die innerhalb der 14 Jahre Kauf- oder Mietverträge über LKWs der betroffenen Firmen abgeschlossen haben, können jetzt von hohen Schadensersatzansprüchen profitieren. Dabei können Betroffene Summen von bis zu 20 % vom Kaufpreis pro LKW fordern.
Folglich kommen für die Beteiligten vermutlich Rekordsummen von mehreren Milliarden Euro zusammen.
Fazit: Betroffene sollten zeitnah Anspruch geltend machen!
„Wichtig ist, dass Kunden ihren Anspruch aufgrund drohender Verjährungsfrist möglichst zeitnah geltend machen“, rät Mingers. „Eine Schadensersatzklage kann sinnvoll und chancenreich sein – hierbei ist es hilfreich, sich hinsichtlich der Entscheidung, Planung und Vorbereitung fachkundig beraten zu lassen.

www.mingers-kreuzer.de

Die Höhe des Schadens und der Kausalzusammenhang müssen nachgewiesen, Rechnungen, Kauf- oder Leasingverträge fachgerecht geprüft werden, um die Erfolgschancen einschätzen zu können“, fasst der Rechtsexperte abschließend zusammen.

 

NordHessen-Journal Nachrichten und Berichte von NordHessen für NordHessen