Silvester in Rio de Janeiro

Feuerwerk vor der Copacabana [Ausschnitt aus deinem Video]
Kapitel I – Tagsüber trainieren und nachts ins dunkle Paradies

 

Kapitel II – Hiebe mit dem Schlagstock und gezogene Waffen auf der Straße

 
Kapitel III – Party, Tanz und Feuerwerk

 

Kapitel IV – Träume und Opfer
 

 
Kapitel I – Tagsüber trainieren und nachts ins dunkle Paradies

Montag 22:12 – Dieses Mal verschlägt es mich auf Grund Björns Empfehlung zu „Equipe Fabricio Jiu Jitsu“, eine wirklich sehr disziplinierte und traditionelle Akademie in der Nähe der Copacabana. Das Team hat auch außerhalb des Trainings eine Tradition, die es am Leben hält. Ich habe es geliebt.

Das Training startet hier morgens um 6 und endet abends gegen 21:30 Uhr. Es ist aufgegliedert in verschiedene Einheiten, bestehend aus wenig Technik, ein paar Drills und viel Sparring. Auch hier versuche ich meine 2 Einheiten am Tag zu schaffen. Es ist wie immer hart, nichts Anderes ist von einer traditionellen Akademie zu erwarten. Mein 1,5 Kg schwerer Baumwollkimono tropft nach dem Training, bei 39-43 Grad Celsius fühlt er sich an wie eine schwere Rüstung. In der Halle kommt es einem noch stickiger und wärmer vor, es gibt keine Klimaanlage, nur 2 Deckenventilatoren, die die warme Luft aufwirbeln. Es ist noch wärmer als in São Paulo, ich komme oft an meine Grenzen. Es ist besonders schwer psychologisch das Training durchzuhalten, da ich schon seit über 3 Wochen fast jeden Tag um die 4-6 Stunden trainiere. Nichtsdestotrotz zwinge ich mich weiter zu machen. Das jedoch am Samstag (Silvester) und Sonntag kein Training ist, kommt mir um ehrlich zu sein recht. Aber es macht mir nichts aus, da es bis jetzt AUSNAHMSLOS so war, dass egal wie sehr ich mich gezwungen habe zu trainieren, ich mich immer danach lebensfroh und glücklich gefühlt habe. Außer ist es ein unglaublich tolles Gefühl und eine Ehre hier trainieren zu dürfen. Ich fühle mich gut in der Gruppe aufgenommen, besonders gut gefällt mir, dass wir meistens nach dem Training alle in der Nacht direkt ins Meer gehen. Das ist hier diese wundervolle Tradition des Teams.

Ich werde nie vergessen wie es in der Nacht ist; Der Strand der Copacabana ist nur noch von einigen Leuten besetzt. Vor einem bietet sich eine einmalige Kulisse. Es ist Ebbe, das Meer hat sich zurückgezogen, die Flachen Wellen rauschen sanft im Rhythmus gen Sandbank. In der Ferne, absolute Dunkelheit und der Himmel sternenklar. Keine Menschenmassen, kein lautes Gerede, kein Stress. Nur das Rauschen der Wellen, der reflektierende Mond und diese beruhigende Dunkelheit. Mein verschwitzter Körper und mein brennender Kopf sehnen sich nach dieser Erfrischung. Ich zögere nicht lange, ich habe keine Schwimmsachen an, ich ziehe mein T-Shirt und meine Shorts aus. Ich hab immerhin noch eine dunkle Boxershort an und es noch 29 Grad Celsius, ich werde also schon nicht erfrieren. Alle Klamotten auf einem Haufen. Ich gehe zügig Richtung Wasser, ich spüre die Kälte an meinen Füßen. Mit jedem Schritt entspanne ich mich mehr und mehr. Ich bin inzwischen schon 13-18 Meter weit reingelaufen und das Wasser reicht gerade so über die Knie. Ich höre die anderen Jungs vom Training und wie sie mir hinterherlaufen. Ich springe Kopfüber ins Wasser und schwimme etwas raus. Bis ich nicht mehr stehen kann. Mein Körper ist komplett runtergekühlt, das Salz im Wasser hat eine erfrischende Wirkung auf mich. Die anderen Jungs kommen nach, wir unterhalten uns und schwimmen etwas. Nur hier in Rio kann man so gut trainieren und sich anschließend so gut erholen. Das werde ich sicherlich in Kassel vermissen. Ich mach dies nach jeder Trainingseinheit. Ein Traum.

Fabricio ist auch immer dabei, er ist jedoch furchtloser als wir. Er schwimmt komplett raus, so dass man ihn nicht mehr sehen kann. Ich kann zwar schwimmen, aber ich würde niemals nachts, alleine in tiefe Gewässer schwimmen. Er ist jedoch ein großartiger Typ. Meistens leitet er das Training auch selber, er ist der erste Jiu-Jitsu Kämpfer den ich mit einem schwarzroten Gürtel sehe. Es gibt sehr wenige davon. Fabricio Martins begann 1985 mit dem Training und bekam im Jahre 2009 einen Schwarzgurt 7. Grades von Oswaldo Alvares. Dieser wiederum ist ein Rotgurt und hat somit den höchsten Rang, den man im BJJ erreichen kann. Nur eine Handvoll Menschen haben diese Art von Gurt. So besagen viele Quellen, dass man damit rechnen muss, NACHDEM man den Schwarzgurt bekommen hat, weitere 40-50 Jahre weiter zu trainieren, um einen roten Gürtel verliehen zu bekommen.

 Um das nochmal in Relation zu setzen: so bekommt man seinen Schwarzgurt mit 20 Jahren (dies ist unglaublich früh), kann man mit ca. 67 Jahren damit rechnen einen roten zu tragen. Wenn man den Sport solange betrieben hat.

Allgemein gibt es hier wenige andere Blaugurte. Die meisten sind Schwarzgurte und dementsprechend fällt das Sparring aus. Sagen wir es so, ich sammle wieder sehr viel Erfahrung und lerne mit Niederlagen Tag für Tag umzugehen. Ich fühle mich dennoch gut aufgenommen – hartes Sparring und manchmal gibt’s die technische Lektion von einer der Schwarzgurte hinterher. Für jeden der nach Rio kommt, einen Besuch wert!

Kapitel II – Hiebe mit dem Schlagstock und gezogene Waffen auf der Straße

Wache der Zivilpolizei Von Fatima Rodrigues – self-made („own work“), Gemeinfrei, Link

Dienstag 17:08 Uhr – Ich befinde mich auf dem Weg zu Equipe Fabricio Jiu-Jitsu. Und laufe eine Straße hinter der Copacabana entlang. Plötzlich sehe ich 2 Polizisten mit gezogenen Schlagstöcken lossprinten, ich denke mir zunächst, dass es ein Taschendieb sein muss, der verfolgt wird.

Bis die Polizisten an der nächsten Haltestelle an die Scheiben eines Busses schlagen. Der Bus hält natürlich an, die Polizisten stellen sich in die Eingänge des Busses. Ein rein- und rauskommen ist nicht mehr möglich. Es wird dem Busfahrer etwas erklärt, währenddessen bildet sich eine Menschenmasse, die das Geschehen beobachtet, ich gehöre dazu. Ich verstehe aber nicht was gesagt oder gerufen wird, ich sehe aber, dass einer der Fahrgäste sich Richtung Ausgang durchquetscht und irgendetwas zu einem der Polizisten sagt. Es dauert nicht lange bis der Polizist mit dem Schlagstock auf die Hände des Passagiers heftigst einschlägt. Dieser zieht sich dementsprechend zurück und bleibt tiefer im Bus stehen, schreit aber noch lauthals dem Polizisten hinterher. Der Polizist verfolgt ihn wiederum und läuft auch tiefer in den Bus hinein. Ein weiterer Polizist rückt nach und sperrt wieder den Ausgang. Es gibt eine Diskussion im Bus, diese nimmt aber auch wieder ein abruptes Ende, da es wieder Schläge mit dem Schlagstock gibt. Diesmal auch auf Rücken und Schultern. Die Polizei macht hier anscheinend keine Faxen, denke ich mir und gehe 2 Schritte zurück und will eigentlich nicht mehr sehen. Ich erstarre jedoch und bleibe bewegungslos stehen.

Ich sehe einen Mann mit einer gezogenen Waffe und zwar direkt vor dem Bus. Er trägt eine Sonnenbrille, ein Unterhemd, Shorts, Flip-Flops, in der linken Hand eine Einkaufstüte und in der rechten Hand eine Pistole. Er stampft auf und ab. Sieht ihn niemand anders? Er gestikuliert mit der Schusswaffe wild durch die Gegend und ruft etwas. Ich verstehe wieder nichts. Mich macht das ganze panisch, ich weiß nicht wie ich reagieren soll. Nach einigen Sekunden verstehe ich jedoch, dass der Mann zu den Polizisten dazugehören muss. Meine Vermutung bestätigt sich dann auch, er spricht mit den Polizisten und wenn die kein Problem mit seiner Waffe haben, sollte die Situation nicht gefährlich sein. Nichtsdestotrotz erschließt sich mir nicht warum es nötig ist, mit dem Ding in der Gegend herumzufuchteln, geschweige denn zu zeigen, dass man eine hat. Nach wenigen Minuten packt er die Schusswaffe jedoch wieder ein und zwar in seine Einkaufstüte. Er mag zwar vielleicht ein „Undercover-Cop“ sein, aber für mich wirkte es eher sehr unprofessionell. Ich habe unglaublichen Respekt vor Waffen und würde niemals in Richtung Mensch mit einer Waffe zeigen, außer im absoluten Notfall. Ich denke kurz drüber nach meinem Handy rauszuholen und das Ganze zu Filmen oder zu fotografieren. Dann entscheide ich mich jedoch dagegen, weil ich mich mit der anscheinend sehr konsequenten Polizei nicht anlegen möchte.

Nun denn, einige Minuten vergehen und ein Mann wird aus dem Bus herausgefischt. Handschellen dran, einmal gefilzt und ab in das Polizeiauto.

Die Menge applaudiert – buchstäblich. Das ganze Ereignis ist jedoch nicht vorbei, alle Passagiere müssen in 5er Gruppen aussteigen, sich breitbeinig mit gehobenen Händen vor den Bus stellen und werden auf das genaueste untersucht. Erst dann dürfen sie gehen. Ein Junge steigt einfach aus dem Bus ohne sich hinzustellen. Er muss um die 12-14 Jahre alt gewesen sein, ein Polizist ruft ihm hinterher und hat seine Waffe gezogen. Er zielt dem Kind von hinten auf die Beine. Mir gefriert wieder das Blut in den Adern. Wird hier tatsächlich so schnell geschossen? Das Kind bleibt zum Glück stehen und als es sich umdreht sieht man das Erschrecken in seinem Gesicht. Er läuft langsam zurück zum Bus. Der Polizist steckt seine Waffe zum Glück wieder weg und der Junge wird gefilzt. Ich frage mich wieder, ob das nötig war? Meiner Meinung nach nicht, aber ich bin auch nur ein Gringo, ich habe keine Ahnung wie es hier läuft. Wahrscheinlich kann ein 14-jähriger aus den Favelas genauso gefährlich sein, wie jeder andere und der Polizist wollte nur auf Nummer sich gehen.

Man spürt, dass viele der Passagiere sehr gereizt sind, besonders derjenige, der vorhin noch Schläge vom Polizisten bekommen hat. Er sucht eindeutig Ärger.  Da ich wichtige Sachen wie Handy und Portmonee dabeihabe und sowieso nicht darauf aus bin in einem Konflikt verwickelt zu sein, schleiche ich mich davon. Ich denke noch die nächsten Tage über diese actionfilmähnelnde Szene nach. Als ich jedoch mit einigen Einheimischen drüber rede, bleiben diese ganz ruhig und sagen, dass sei ganz normal hier. Es ist schön hier, aber ich darf nicht vergessen wo ich bin und immer etwas wachsam bleiben.

Kapitel III – Party, Tanz und Feuerwerk

Eigentlich hasse ich Silvester. Ich finde es ist eine absolute Zwangsveranstaltung. Meistens verbringe ich meine Silvester damit im kleineren Rahmen zu feiern oder drücke mich ganz davor, indem ich in einer Bar hinter der Theke arbeite. Aber dieses Silvester und das Feuerwerk werde ich ganz sicherlich nicht vergessen. Ich bin zu einer Hausparty von Alexia eingeladen. Das Ganze findet in einer Wohnung im 6. Stock mit Meerblick auf die Copacabana statt. Perfekt. Das ist der Ort wo rund 2 Millionen Menschen sich am Strand ansammeln werden, um eines der größten Feuerwerke der Welt zusehen. Das mächtige Arsenal an Knallern wird von mehreren Schiffen aus, die um die 200-300 Meter vom Strand entfernt sind, in die Höhe geschossen.

Ich bin schon um 18 Uhr in der Wohnung und helfe noch etwas bei den Vorbereitungen. Gegen 22 Uhr sind alle Gäste eingetrudelt und es wird schon wild getanzt und viel getrunken. Die Brasilianer können beides sehr gut. Für die knapp 30 Gäste ist gut gesorgt, es gibt nachher sogar noch ein wirklich tolles Buffet. Getanzt wird eher selten zu englischer Musik. Eher angesagt ist hier „Brazilian Funk“, während nur wenige Männer tanzen, sind so gut wie alle Frauen mächtig am Hüfte schwingen, so wie man es halt aus dem Fernseher kennt. Wir in Deutschland sind da um einiges zurückhaltender. Die Tanzbewegungen an sich sind sehr Hüftbetont und haben somit einen starken sexuellen Touch. Björn und ich können uns nicht lange davor drücken. Wir sind die Gringos, also dauert es natürlich nicht lang, bis wir auch aufgefordert werden. Während Björn schon zumindest weiß was auf ihn zukommt, bin ich total aufgeschmissen. Ich bekomme viele Tipps, einige sind ernst gemeint, andere eher weniger. Ich lerne dadurch viele sehr interessante Leute kennen. Einer der Männer, mit dem ich mich schon vorher unterhielt, sagt, „Let me show you how it’s done!“ Na das kann ja was werden. er macht vor, ich soll nachmachen. Er sagt, dass ich immer auf meine Unterlippe beißen und einen bestimmten Blick dabei aufsetzen muss, ich kriege mich vor Lachen nicht mehr ein, alle anderen um uns herum auch nicht. Herrlich. Wir haben unheimlich viel Spaß.

23:56 Uhr – Gleich geht’s los. Wir stehen alle an der sehr weiten Fensterfront mit den Sektgläsern in der Hand. Unten tummelt sich die Menschenmasse in den traditionellen weißen Klamotten. Die knapp 2 Millionen Menschen richten, genauso wie wir, ihren Blick Richtung Meer. Die kleine Flotte an Schiffen zündet um genau 00:00 Uhr die ersten Raketen. Was sich nun in den nächsten Minuten abspielt ist ein Spektakel, welches nur schwer in Worte zu fassen ist. Ein Feuerwerk welches so Farbenfroh und voller Höhepunkte ist, ausgebreitet über mehrere Kilometer der Copacabana, raubt einem den Atem. Die Menge tost, applaudiert, schreit und kreischt mit jedem Höhepunkte des Feuerwerks. Es wird richtig gefeiert. In den letzten Sekunden nimmt das Spektakel immer weiter zu. Unzählbar viele Explosionen und Farben übermannen einen. Es tritt jedoch keine Stille ein. Applaus und Geschrei, Musik aus allen Ecken. Jetzt wird weitergefeiert.

02:53 Uhr – Es wird immer noch wild getanzt und getrunken. Für mich ist es jedoch Zeit zu gehen. Meine trainingsfreien Tage sind kostbar geworden und da ich mich sowieso nicht betrinke und den nächsten Tag nicht müde verbringen möchte, gehe ich Heim. Auch wenn ich nicht trainiere bin ich darauf fokussiert schon bald bei der Europameisterschaft zu kämpfen. Ich muss durch die halbe Copacabana laufen, Es ist immer noch rappelvoll. Überall betrunkene Leute, die entweder weiter trinken, sich gegenseitig begrabschen oder tanzen. Ich werde auf meinem 30-minütigen Heimweg 4-mal von Fremden umarmt und 6-mal wird mir Alkohol angeboten. Umarmungen sind okay, Alkohol leider nicht. Also wer hier in Rio unterwegs an so einem Abend ist, bleibt wohl kaum lange alleine und nüchtern. Normalerweise ist auch Tradition bis zum Sonnenaufgang auf zu bleiben und in das Meer zu gehen um dort 7 Wellen lang zu verweilen. Es soll reinigen und Glück bringen. Ich konnte Glück gebrauchen, aber Schlaf mag ich auch ganz gern.

Kapitel IV – Träume und Opfer
Jetzt mal etwas anderes, eine Sache die mich schon länger beschäftigt. Ich habe in letzter Zeit oft gehört, “ Boah Burak, das ist echt so cool, dass du solange reist.“ oder so etwas wie „glaubst du echt, du kannst bei der Europameisterschaft was reißen?“ ich habe da ganz zwei einfache Antworten. Zur ersten Frage „ja, dann mach es doch auch.“ und zur zweiten Frage „Ich werde es versuchen, ob es reicht, weiß ich nicht.“ auf beide dieser Antworten kommen meistens dann wiederum verunsicherte Reaktionen. „Ich könnte sowas nie…“, „Ich habe keine Zeit für so etwas…“ oder was auch super ist, „du gehst zur EM und fühlst dich noch nicht mal 100% Siegessicher?“. Um ehrlich zu sein, fühle ich mich überhaupt nicht Siegessicher. Aber nichtsdestotrotz gibt es einen ganz einfachen aber wichtigen Grund, warum ich alles auf mich nehme.

Weil ich es für wichtig halte Ziele und Träume im Leben zu haben und diesen auch hinterherzujagen, auch wenn diese zunächst unmöglich erscheinen.

Wenn es eine Sache gibt, die man schon immer machen wollte, dann gibt es meistens nur eine Gelegenheit dies zu tun. Und diese Gelegenheit ist immer die nächstbeste. Was ich damit sagen möchte ist, dass man aufhören sollte, sich irgendwelche Ausreden einfallen zu lassen oder auf andere Leute zu hören. Es gibt keinen perfekten Augenblick, man muss diesen Augenblick erschaffen. Wenn es der Traum eines Menschen ist nach Cuba zu fliegen, dann sollte er das doch einfach tun, wo ist das Problem?

Das kann ich Ihnen sagen, wir sind oft nicht dazu bereit Kompromisse einzugehen oder gar Opfer zu bringen. Wenn ich es als Student, ohne jegliche finanzielle Hilfe schaffe, warum sollte es jemand anderes nicht schaffen?

„Ich hab kein Geld…“ – Wie wäre es damit, einfach mal darauf zu verzichten einige Monate feiern zu gehen? Oder weniger draußen zu essen? Weniger Klamotten zu kaufen? Am Wochenende mal irgendwo noch zusätzlich arbeiten zu gehen, z.B. Kellnern? Alte Sachen zu verkaufen?

„Ich hab keine Zeit…“ wie wäre es damit, dass man Feiertage und Urlaub kombiniert? Überstunden ansparen? Sich ernsthaft überlegen, ob das was man tatsächlich tut mehr Priorität haben sollte, als dass was man wirklich gerne tun möchte und- und- und.
Natürlich ist das nicht einfach, aber es geht darum, dass es für viele Menschen möglich ist. Mir ist bewusst, dass es aber auch Eltern, Beamte und viele weitere Menschen gibt die das natürlich nicht machen können. Aber ich bin mir sicher, dass 60-80 % der Leute einfach nur glauben, sie könnten es nicht, aber es in Wahrheit schaffen würden. Man braucht nur den Glauben an sich selbst und den Willen Opfer zu bringen.

Wäre es überhaupt ein Abenteuer oder eine lebensbereichernde Reise, wenn mir meine Eltern alles bezahlen würden? Ich nur in Hotels übernachte, mich mit Taxis fortbewegen und nur in den besten Restaurants esse?
Ich wäre immer nur in meiner „Comfort-Zone“. Also das Gefühl zu haben, dass egal was ich tue mir immer sehr zurechtkommt und ich mich stetig wohl fühle. Natürlich mag das ganz schön sein, im absoluten Luxus zu leben, aber ich frage mich dann tatsächlich, was es mir langfristig bringt?

Dass was ich betreibe ist kein Urlaub, es ist eine Reise. Eine Reise mit dem Ziel in einem fremden Land auf meine eigene Art und Weise zurecht zu kommen, eine Reise die mich zu einem verständnisvolleren Menschen macht, eine Reise die mir die besten Möglichkeiten verschafft meine persönlich höchste Leistung bei der Europameisterschaft hervorzubringen und letztlich auch eine Reise die meinen Horizont lebenslang erweitern soll.

Jagen auch Sie ihren Träumen hinterher, bringen Sie Opfer und Sie werden sehen, dass es sich lohnen wird.

Danke für Reisebericht Nr. 4 an Burak

 

Teil 3

Teil 2

Teil 1

 

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