Kaum nachzuvollziehen: Reiseveranstalter muss nach unverschuldetem Unfall beim Hoteltransfer Reisepreis erstatten

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In einem Urteil vom gestrigen Tag hat der BGH entschieden, dass einem Reisenden der Reisepreis zurück erstattet wird.

Auf der Fahrt zum Hotel kam es zu einem Verkehrsunfall durch einen Geisterfahrer.

Da die Reisenden schwer verletzt wurden, verklagten sie die Gesellschaft zur Erstattung des Reisepreises, da dies eine erhebliche Minderung sei.

Das Amtsgericht folgte dem Kläger zunächst, das Landgericht jedoch verwarf die Klage, da der Reiseveranstalter ebensowenig etwas konnte – für diesen aussergewöhnlichen Vorfall – und dass dies ein allgemeines Lebensrisiko darstellen würde.

Der BGH jedoch urteilte, dass der Reiseveranstalter es nicht geschafft habe, den Reisenden unversehrt zu dem gebuchten Hotel zu bringen.

Dass die Reisenden zwar schwer verletzt wurden, ist bedauerlich, jedoch fragt man sich, wo denn bei dieser Konstellation die Grenze zu ziehen ist.

Der Reiseveranstalter kann den Reisenden nicht in Watte packen. Es besteht immer ein gewisses Restrisiko und sei es, dass der Gast beim Aussteigen aus dem Bus hinfällt oder der Reisende die Gangway runterstolpert.

Durch dieses Urteil wird es den Reiseveranstaltern nicht leichter gemacht und man wird sich sicherlich überlegen, dass einige Annehmlichkeiten, die wir bislang beim Pauschalurlaub geniessen durften – zukünftig wegfallen oder wesentlich teurer werden.

Lesen sie hier das BGH Urteil in einer Pressemeldung:

bgh-urteil

 

(CB)

 

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